Fonds-Selektoren diskutieren Allokation bei Schwellenländer-Aktien
Die drei Fonds-Selektoren Carsten Riester von W&W Asset Management, Maximilian Kreitlmeier von Fonds Finanz und Zoltan Schaumburger vom Vermögensmanagement EuroSwitch sind positiv gegenüber Schwellenländer-Aktien gestimmt und gewichten diese stärker in ihren Portfolios. Chancen werden trotz politischer Unruhen in Lateinamerika gesehen. Aber vor allem ein Markt ist bestimmend: China.
Oliver Howard · 02/13/2020
Fokus auf spezialisierte Boutiquen
Carsten Riester
W&W Asset Management GmbH
PA Managerselektion / Fondsresearch
In unserem größten Dachfonds, der seinen Fokus rein auf globale Aktien legt, spielen Emerging Markets bereits seit dessen Auflage im Jahr 2002 eine wichtige und strategische Rolle. Wir waren und sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass ein globales Aktieninvestment ohne Schwellenländer ein globales Investmentuniversum nur unzureichend widerspiegelt. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass Schwellenländer mehr als die Hälfte unserer Weltbevölkerung repräsentieren und trotz aller Unsicherheiten, die auch bei Industriestaaten vielfach anzutreffen sind, sich gerade diese Regionen vielfach dynamischer entwickeln und häufig über attraktivere Bewertungen und Renditen verfügen. Nicht zuletzt aus diesem Grund billigen wir diesen aufstrebenden Regionen in der Regel immer 15 bis 20 Prozent in unserem globalen Portfolio zu. Wir setzen innerhalb unseres EM-Exposures meist auf eine breit diversifizierte Strategie. Hierbei fokussieren wir uns jedoch überwiegend auf verschiedene spezialisierte Boutiquen und deren aktiv gemanagte Fonds. So können wir gezielt Über- und Untergewichtungen vornehmen, was in einem heterogenen Universum, wie dem der Schwellenländer, zusätzlichen Mehrwert generieren kann. Darüber hinaus setzen wir ETFs immer dann taktisch ein, wenn sich temporäre Opportunitäten in einzelnen Ländern ergeben. Frontier Märkte sind ebenfalls Bestandteil dieser Strategie. Aktuell halten wir mit dem Larrainvial - Small & Mid Cap Latam Equity Fonds unter anderem eine Nebenwerte-Spezialität aus Südamerika in unserem Portfolio. Auch wenn der lateinamerikanische Markt von vielen Investoren hierzulande aufgrund politischer Unsicherheiten weitgehend gemieden wird, halten wir dennoch einige der dortigen Märkte für vielversprechend. Bei einem derartigen Investment ist für uns ein lokal ansässiger Manager, mit langjähriger Erfahrung und gutem Track Record jedoch unerlässlich. Auch ein regelmäßig persönlicher Austausch muss stets gewährleistet sein. Ein anderer aktiver Fonds, dem wir weiterhin viel absolutes und relatives Potenzial zubilligen, ist der CIM Dividend Income Fonds. Dieser, von James Morton aus Singapur heraus gemanagte Fonds, setzt auf eine Dividendenstrategie mit Fokus auf die asiatischen Märkte. Eine Rendite um sieben Prozent und Partizipation an den dynamischen Entwicklungen in Asien, erachten wir als überaus sinnvolle Kombination. Aus diesem Grund ist der Fonds für uns auch zu einem Core-Investment im asiatischen Markt geworden. Aus taktischen Überlegungen halten seit einiger Zeit mit dem Lyxor MSCI Greece auch einen ETF auf den griechischen Aktienmarkt. Trotz der sehr guten Entwicklung in 2019 denken wir, dass das Land auch in 2020 eine weitere Normalisierung der wirtschaftlichen Lage erfährt und sehen daher bei griechischen Aktien noch immer Nachholbedarf.
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