DAX-Aktie auf der Blockchain: Frankfurter Bankhaus kooperiert mit zwei Fintechs
Das Frankfurter Bankhaus Scheich bringt gemeinsam mit den Fintechs Finoa und Cashlink ein digitales Wertpapier auf die Blockchain.
Tim Habicht · 02/13/2020

Das Frankfurter Bankhaus Scheich hat gemeinsam mit den beiden Fintechs Finoa und Cashlink Technologies erstmals eine DAX-Aktie auf die Blockchain gebracht. Bei dem Pilotprojekt wurde ein zertifikat-ähnliches digitales Wertpapier (ISIN DE000A276T93), ein sogenannter asset-linked Token, im Rahmen einer Privatplatzierung an ausgewählte Marktteilnehmer erfolgreich ausgegeben. Das Berliner Fintech Finoa verantwortet die Verwahrung der Tokens.

Als Basiswert des digitalen Wertpapiers wurde ein Aktienpaket eines DAX-Unternehmens gewählt, wobei jede darin enthaltene Aktie mittels einer bestimmten Anzahl von Tokens abgebildet wurde. Das Wertpapier ist auf einer Blockchain abgebildet und wird sich ähnlich wie ein klassisches Tracker-Zertifikat verhalten. Der Wert dieses digitalen Wertpapiers ist dabei an ein klassisches Wertpapier gekoppelt und bildet dessen Wertentwicklung eins zu eins ab.

„Als Wertpapierhandelsbank sehen wir das große Potential der Blockchain-Technologie, das Wertpapiergeschäft zu revolutionieren. Dies wird auch durch die Blockchain-Strategie der Bundesregierung deutlich. Mit Freude stellen wir fest, dass Deutschland hier eine Vorreiterrolle einnimmt. Unser Pilotprojekt zeigt, dass die Technologie in der Praxis bereits einsetzbar ist und viele Vorteile mit sich bringt. Langfristig bieten digitale Wertpapiere viel mehr Möglichkeiten als heute, wie beispielsweise die Abbildung von Assets, die bisher nicht als Wertpapier verbrieft werden konnten”, sagt Boris Ziganke, Vorstand der Bankhaus Scheich Wertpapierspezialist AG.

Weitere Emissionen sind geplant

Aber was sind konkret die Vorteile einer digitalen Wertpapiermission? Die Ausgabe traditioneller Wertpapiere erfordert zahlreiche Prozesse und Schnittstellen, die durch digitale Wertpapiere deutlich reduziert werden. Transaktionen können deutlich schneller abgewickelt werden. Das Settlement verlaufe in Zukunft nahezu in Echtzeit. Ebenfalls lasse sich die Transparenz von Transaktionen erhöhen. Digitale Wertpapiere würden es ermöglichen, die Effizienz des kompletten Wertpapiergeschäfts zu steigern und ganz neue Assetklassen zu erschließen. Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass Käufer digitale Wertpapiere in nahezu beliebig kleiner Stückelung erwerben können. Dies steigere die Attraktivität der digitalen Wertpapiere.

Bei der Umsetzung dieser digitalen Wertpapieremission wurde das Bankhaus Scheich von verschiedenen Partnern unterstützt. Zum einen von der Cashlink Technologies GmbH, die im Fintech-Hub der Deutschen Börse in Frankfurt am Main sitzt. Das Unternehmen hat die technische Infrastruktur des digitalen Wertpapiers entwickelt. Diese Infrastruktur beinhaltet sowohl die Smart Contracts auf der Blockchain sowie alle Tools zur Ausgabe der digitalen Wertpapiere.

Die rechtliche Beratung um die Emission dieses digitalen Wertpapiers wurde von der Anwaltssozietät Ashurst LLP übernommen. Diese hat einen Schwerpunkt im Bereich Digital Economy. Das Berliner Fintech Finoa gewährleistet mit ihrer technologischen Infrastruktur die Verwahrung der digitalen Wertpapiere.

Neben der genannten Emission arbeitet das Bankhaus Scheich an weiteren Emissionen digitaler Wertpapiere, denen andere Basiswerte unterliegen. Dies ermögliche Szenarien, in welchen die Wertpapiere beispielsweise direkt gegeneinander gehandelt werden können. Dadurch werde der Clearing- und Settlement-Prozess deutlich vereinfacht.

Das Bankhaus Scheich wurde 1985 als Scheich & Partner Börsenmakler gegründet und ist heute eine Wertpapierhandelsbank an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB). Das inhabergeführte Bankhaus ist in den Geschäftsfeldern Capital Markets, Anleihehandel für institutionelle Kunden, Sales Trading, Consulting und als Market Maker an der Frankfurter Wertpapierbörse tätig.

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