Fondsmanager von ODDO BHF AM: „Ein höherer Preis ist bei wachsenden IT-Titeln gerechtfertigt”
Weil IT-Titel ihren Umsatz und ihren Gewinn laufend steigern sei auch eine höhere Bewertung gerechtfertigt. Eine Blasenbildung sei nicht vorhanden.
Tim Habicht · 02/11/2020

Weil die guten IT-Unternehmen zumeist deutlich stärker als der Markt wachsen und diese Unternehmen ihren Umsatz und ihren Gewinn laufend steigern sei ein höherer Preis bei diesen Unternehmen auch gerechtfertigt. Das sagt Peter Rieth, Fondsmanager des rund 770 Millionen Euro großen Mischfonds ODDO BHF Polaris Moderate.

„Bei IT-Titeln sehen wir keine Blasenbildung. Aber natürlich sind diese Unternehmen nicht mehr günstig. Aufgrund der fehlenden Renten-Alternativen durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld müssen Aktien, die Wachstum liefern, neu bewertet werden”, sagt Rieth im Gespräch mit Fundview. Zudem hätten die großen IT-Firmen den Vorteil, dass sie sich Innovation einkaufen können. Denn sie haben die Kasse und die Mittel dazu. Beispielsweise habe PayPal unlängst die Rabattplattform Honey eingekauft und dadurch sein Angebot sinnvoll erweitert. „Dennoch müssen wir die Disruption im Auge behalten. Denn auch die Platzhirsche können davon betroffen sein, wenn sie nicht ständig ihre Geschäftsbereiche erweitern.”

Aktuell hat Rieth etwa 25 Prozent von Unternehmen aus dem IT-Sektor in seinem Multi-Asset-Fonds allokiert. Aber auch Firmen aus den Sektoren Medizin und Pharma seien aufgrund der demographischen Veränderung wichtig für das Portfolio. In diesen Sektoren gibt es hohe Eintrittsbarrieren und die Wachstumsdynamik ist überdurchschnittlich groß.

Flexible Aktienquote durch Einsatz von Derivaten

Der Fondsmanager erklärt: „In unseren Strategien wollen wir die Firmen lange begleiten und die Aktien lange in unserem Portfolio halten. Deswegen investieren wir in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle. Unternehmen aus der Autobranche, Banken, Ölfirmen oder Energieversorger fallen deswegen meist durch unser Raster. Wir meiden in unseren Portfolios die Verlierer und wollen dadurch auch die Drawdowns reduzieren.”

Das Portfolio sei trotz einer durchaus höheren Aktienquote insgesamt defensiver aufgestellt. „Dabei achten wir vor allem bei den IT-Titeln auf einen gewissen defensiven Charakter. Denn egal, wie die Konjunktur insgesamt läuft. Die Transformation hin zur Cloud wird nicht durch einen Tweet von Donald Trump unterbrochen!”

Die Aktienquote des Fonds wird insgesamt flexibel durch den Einsatz von Derivaten gesteuert. Beispielsweise lag die Aktien-Allokation im Oktober 2019 bei 26 Prozent, dann wurde die Quote bis Anfang Januar auf 17 Prozent gesenkt und aktuell wieder auf 30 Prozent erhöht.

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