Externe Tools und hohe Individualität: Wie Mandarine Gestion ESG umsetzt
Bei der französischen Boutique setzt jeder Portfoliomanager eine eigene ESG-Strategie um und integriert diese unmittelbar in seinen Investment-Prozess.
Tim Habicht · 02/06/2020

Weil ESG und Nachhaltigkeit sehr individuelle Themen sind und jeder Kunde und Investor andere Schwerpunkte setzt, verwirklicht bei der französischen Boutique Mandarine Gestion jeder Portfoliomanager seine eigene ESG-Sicht in seinen Strategien.

„Denn Nachhaltigkeit und ESG müssen aktiv in den Investmentprozess integriert und umgesetzt werden und ESG ist ein sehr individuelles Thema. Dabei haben wir als Unternehmen insgesamt 16 Faktoren und Kriterien ausfindig gemacht, die wichtig sind. Aber diese insgesamt 16 Kriterien sind insgesamt für jedes Portfolio unterschiedlich stark gewichtet und integriert”, erklärt Adrien Dumas, Fondsmanager bei Mandarine Gestion, im Gespräch mit Fundview.

In den Portfolios von Dumas, beispielsweise beim Mandarine Active-Fonds, liegt der Fokus auf Qualität und Wachstum. Dumas möchte Unternehmen ausfindig machen, die stark aufgestellt sind und dank ihrer im Markt starken Positionierung wachsen. Bei diesem Stil helfe der Governance-Ansatz nicht stark, weil dieser Aspekt bei den Unternehmen meistens schon insgesamt stärker umgesetzt werde. „Deswegen haben diese Firmen eine bessere Positionierung im Markt. Wenn Unternehmen beispielsweise viele Abgänge und einen insgesamt größeren Mitarbeiter-Turnover haben, spricht das selten für ein stark aufgestelltes Unternehmen”, so Dumas.

Kategorisch ausschließen? Das verändert nicht die Welt

Für seines Fonds sei der direkte Austausch mit den Unternehmen sowie externen Daten zentral. Denn für die Social-Seite der Firmen würde es leider insgesamt noch weniger Daten geben. Hier greift Mandarine Gestion beispielsweise auf externe Websites zu, bei denen Mitarbeiter ihre Unternehmen und die Unternehmenskultur bewerten können. Ein zweites Beispiel ist eine Datenbank in der über 12.000 Unternehmen auf ihre Gender-Gleichheit bewertet werden.

Dumas erklärt, warum es besonders wichtig ist, auch externe Daten in die Analyse zu integrieren. Also Daten, die nicht auf den bestehenden Finanzmarktdaten basieren oder von ESG-Research-Häusern stammen: „Wir haben unser ganz eigenes ESG-Bild und einen ESG-Ansatz erarbeitet und über die vergangenen Jahren aufgebaut. Das hilft uns, auch Risiken abseits der fundamentalen Unternehmensdaten zu finden. Für uns ist das sehr wichtig im Hinblick auf das Risikomanagement. Wir schließen nicht stumpf Unternehmen aus, sondern interagieren mit den Unternehmen.”

Wenn Unternehmen kategorisch ausgeschlossen werden und ausschließlich in die bereits gut aufgestellten Unternehmen investiert wird, werde die Welt nicht verändert und verbessert. „Wir müssen aktiv mit den Unternehmen in einen Austausch treten und sie dazu treiben, sich besser aufzustellen. So lässt sich etwas bewegen. Das dauert aber leider Zeit und geht nicht kurzfristig. Dafür ist ein langer Atem notwendig.”

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