DJE Kapital geht institutionelles Geschäft stärker an
Den institutionellen Markt stärker anzugehen sei die logische Konsequenz aus dem Wholesale-Erfolg. Dabei stehen vor allem Absolute-Return-Strategien im Fokus. Auch eine eigene ESG-Produktpalette soll gestartet werden.
Tim Habicht · 02/03/2020

Der bayerische Vermögensverwalter DJE Kapital will den institutionellen Markt stärker fokussieren und hier vor allem seine Absolute-Return-Strategien platzieren. „Unser Schritt auch den institutionellen Markt stärker anzugehen ist die logische Konsequenz aus dem Erfolg im Wholesale-Geschäft. Denn auch dort sind Lösungen aus dem Absolute-Return-Bereich oder mit dem Fokus auf Dividenden-Strategien gefragt”, erklärt Thorsten Schrieber, Mitglied des Vorstands von DJE Kapital, im Gespräch mit Fundview.

Von aktuell 13,1 Milliarden Euro Assets under Management bei DJE Kapital sind etwa 50 Prozent von institutionellen Investoren. Häufig würden institutionelle Kunden mit einem Engagement in einer institutionellen Tranche der bestehenden Fonds starten. Danach werden häufig zugeschnittene Strategien via Spezialfonds umgesetzt.

Getrieben durch die Erfolge im Wholesale-Bereich werden die Absolute-Return-Strategien von DJE Kapital auch immer stärker von institutionellen Investoren nachgefragt. „Deswegen haben wir in den vergangenen Monaten häufiger Spezialfonds für institutionelle Investoren gestartet. Aber auch unsere Expertise für asiatische Märkte überzeugt institutionelle Anleger stärker. Oft sind wir die einzigen unabhängigen Asset Manager bei institutionellen Pitches, das ist für uns natürlich ein großer Vorteil. Denn das Wirtschaftswachstum der Zukunft liegt in Asien. Es ist wichtig als Asset Manager hier eine Expertise vorweisen und einen Mehrwert für die Investoren liefern zu können.”

Neue jährliche Ausschüttung und Fokus auf die Risikobudgets

Eine Reaktion auf den Zuwachs von institutionellen Kunden ist die neue jährliche Ausschüttung der Flaggschiff-Fonds. „Nach dem Motto ‚Dividende ist der neue Zins‘ bieten wir bei unseren Dividendenfonds eine Ausschüttungsrendite zwischen 1,5 bis drei Prozent“, sagt Schrieber.

Durch die Umsetzung von mehr Spezialfonds gibt der Vermögensverwalter aus Pullach bei München eine gewisse Marge auf der Gebührenseite auf. „Aber wir sammeln auf der anderen Seite mehr Gelder ein. Dennoch können wir als aktiver Manager auch in Spezialfonds weiterhin eine attraktive Marge generieren. Unsere Kunden akzeptieren diese Preise auch aufgrund der guten Performance und des aufwändigen Research-Ansatzes.“

Das Thema Absolute Return sei dabei für viele Kunden aufgrund der aktuellen Marktlage sehr wichtig und insgesamt seien - vor allem bei institutionellen Investoren - die Risikobudgets mitunter geschrumpft. „Deswegen ist es vor allem auf der Aktienseite wichtig, aufgrund der fehlenden Alternativen weiterhin in Aktien investiert zu sein, aber bei deutlich geringerem Risiko. Hier spielen Absolute-Return-Ansätze eine zentrale Rolle. Wir achten dabei vor allem auf das Risikobudget für unsere Investoren auf der institutionellen Seite, etwa bei Pensionskassen und Sparkassen”, erklärt Schrieber.

Eigene ESG-Produktreihe in Planung

Neben den bestehenden Absolute-Return- und Dividendenstrategien will DJE Kapital auch ein weiteres Thema stärker angehen: Nachhaltigkeit. „Hinsichtlich unserer Produktpalette sind wir insgesamt sehr gut aufgestellt. Allerdings wollen wir bezüglich dezidiert nachhaltiger Produkte in Zukunft eine eigene Produktpalette starten. Das Themenfeld ESG und Nachhaltigkeit ist ein zentrales für Asset Manager im laufenden Jahr und in der Zukunft“, sagt Schrieber.

Neben eigenen ESG-Fonds will DJE Kapital alle bestehenden Portfolios und auch das gesamte Unternehmen stärker auf ESG und Nachhaltigkeit ausrichten. Das zeigt beispielsweise die Einstellung von Richard Schmidt im März 2019 als Leiter Absolute Return. Dies war ein erster Schritt in Richtung ESG, denn er verwaltet seit 2014 Fonds mit Nachhaltigkeitsvorgaben, etwa den DWS Concept DJE Responsible Invest. Bevor er zu DJE Kapital kam, war er bei der MEAG Munich Ergo Asset Management und bei Lazard Asset Management als Portfoliomanager tätig.

Ebenfalls eine mögliche Erweiterung der Produktpalette sei ein globaler ESG-Aktienfonds. Dort bestehe aktuell bei DJE Kapital noch eine Lücke im Produkt-Portfolio.

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