Björn Esser von MainFirst: „Es investieren noch immer viel zu wenige Anleger in Alternatives-Produkte”
Mischfonds-Manager und Vermögensverwalter sollten über traditionelle Anlagen hinausdenken und im aktuellen Zinsumfeld stärker auf Alternatives in der Asset Allokation und Portfoliokonstruktion setzen.
Tim Habicht · 01/29/2020

Investment-Alternativen sind im aktuellen Marktumfeld gefragter denn je. Die globalen Aktienkurse sind unisono in den vergangenen Jahren gestiegen und durch das Niedrigzinsumfeld der weltweiten Notenbanken sind Investments in Anleihen tendenziell eher weniger attraktiv geworden. Was also tun?

Die Lösung liegt oftmals auf der Hand: Alternatives-Produkte allokieren. Egal ob es sich dabei um Long/Short-Lösungen, Hedgefonds oder alternative Risikoprämien handelt. Das Angebot an Alternatives-Produkten ist in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich gestiegen. Die Allokation von semi-institutionellen Investoren in Alternatives-Produkte hingegen nur marginal.

Bei einer Umfrage des Frankfurter Asset Managers MainFirst zeigt sich, dass unter semi-institutionellen Investoren 30 Prozent angegeben haben, noch nicht in Alternatives zu investieren - und dies auch künftig nicht ändern wollen.

Über traditionelle Anlagen hinausdenken

Björn Esser, Portfoliomanager im Team für quantitative Investment-Lösungen bei MainFirst, sagt im Gespräch mit Fundview: „Es gibt insgesamt im Hinblick auf die Alternatives-Quoten bei Vermögensverwaltern noch sehr viel Spielraum nach oben. Investoren aus dem semi-institutionellen aber auch aus dem institutionellen Bereich sehen zwar die Wichtigkeit von Alternatives in ihrer Asset Allokation. Allerdings investieren noch immer viel zu wenige Anleger in Alternatives-Produkte.”

Allen voran die in Deutschland sehr beliebten Multi-Asset-Fonds seien noch immer häufig sehr traditionell und mit einer stattlichen Anleihe-Quote aufgestellt. „Mischfonds-Manager und Vermögensverwalter sollten aber über diese traditionellen Anlagen hinausdenken und im aktuellen Zinsumfeld stärker auf Alternatives in der Asset Allokation und Portfoliokonstruktion setzen. Dafür müssen wir als Experten den Investoren die Angst nehmen und sehr edukativ sein”, so Esser, der gemeinsam mit Christian Schütz, Timo Teuber und Moritz Schierholz den MainFirst Contrarian Opportunities-Fonds verantwortet.

Problematisch sei allerdings auch, dass in vielen Vermögensverwaltungs-Verträgen das traditionelle Risikoprofil aus Aktien, Anleihen und Kasse berechnet werde. Esser sagt: „Für Alternatives gibt es kein Bucket und keine Zielquoten in diesen klassischen Vermögensverwaltungs-Verträgen. Das sollte sich ändern. Es gibt keine Alternative zu Alternatives!”

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