Carmignac verdoppelt China-Exposure in Patrimoine-Fonds
Chinesische Aktien spielen im Portfolio des 11,5 Milliarden Euro schweren Flaggschiff-Fonds eine größere Rolle. Allen voran Internet- und Healthcare-Titel.
Tim Habicht · 01/28/2020

Der französische Asset Manager Carmignac hat seine Allokation bei chinesischen Aktien in seinem Flaggschiff-Fonds mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr lag die Quote bei China-Aktien im rund 11,5 Milliarden Euro schweren Carmignac Patrimoine-Fonds noch bei 3,2 Prozent. Aktuell sind 7,4 Prozent der Gelder des Milliardenfonds in chinesische Aktien investiert. Im Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine wurde die China-Allokation sogar von 10,9 Prozent auf derzeit 18,3 Prozent erhöht.

Der Asset Manager nennt dabei vor allem zwei Gründe für diese Allokation beim Annual Meeting des Unternehmens in Paris: Die Bewertung chinesischer Aktien und aufgrund eines positiven thematischen Ausblicks. „In den vergangenen zwei Jahren gab es einen wirtschaftlichen Abschwung bei Schwellenländern. Inzwischen stellen wir aber eine Stabilisierung fest. Die Bewertungen - allen voran durch den Handelsstreit zwischen den USA und China beeinflusst - sind dabei in China zusätzlich sehr attraktiv. Deswegen ist es aktuell ein gutes Umfeld, um in Schwellenländer und insbesondere in China-Aktien zu investieren“, sagt Didier Saint-Georges, Mitglied des Strategic Investment Committee und Managing Director bei Carmignac.

Dabei seien die Bewertungen vor allem bei H-Shares, also Aktien von Unternehmen mit Sitz auf dem chinesischen Festland, die an der Hong Kong Stock Exchange gehandelt werden, derzeit äußerst attrakiv. Deswegen wurden insbesondere Titel aus dem Internet- und Fintech-Bereich wie beispielsweise Tencent aufgebaut und erhöht. Hier spielt vor allem die bisher geringe Penetration der Internet-Dienstleistungen innerhalb Chinas eine zentrale Rolle.

Wachstum in einer Welt mit weniger Wachstum

Aktuell nutzen 59 Prozent der Bevölkerung Chinas das Internet. In den USA sind es zum Vergleich 89 Prozent. Mobiles Internet nutzen 58 Prozent in China und 81 Prozent in den USA. Das ergebe ein riesiges Aufholpotential, denn die US-Population liegt bei lediglich rund 330 Millionen Menschen. In China leben hingegen 1,4 Milliarden Menschen.

Aufgrund dieser Wachstumsaussichten wurden auch die Sektoren eCommerce (durch JD.com) und Online-Werbeanbieter (58.com) erhöht. Zentral für die China-Allokation ist auch der Healthcare-Sektor, der durch Unternehmen wie Chongqing Zhifei Biological Products abgedeckt wird. Saint-Georges erklärt: „China ist ein Wachstumsmarkt in einer Welt mit eher weniger Wachstum. Deswegen sind wir hier insgesamt stärker positioniert als in den vergangenen Jahren.“

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