Warum der Schweizer Vermögensverwalter Tareno einen Wasserfonds gestartet hat
Bereits seit 2007 verwaltet der unabhängige Vermögensverwalter den Tareno Global Water Solutions Fund. Wie kam es zu dieser Idee? Und wie stellt man einen Fonds auf, der in Wasser investiert?
Tim Habicht · 01/23/2020

Thematische Fonds sind im Trend, keine Frage. In den vergangenen Monaten wurden reihenweise Strategien gestartet, die von der Entwicklung langfristiger Themen wie der Demographie, Digitalisierung oder im Bereich der Medizintechnik profitieren wollen. Auch die Knappheit des Rohstoffs Wasser ist ein Thema, das die Menschheit in Zukunft stärker beschäftigen wird.

Das hat der Schweizer unabhängige Vermögensverwalter Tareno allerdings schon vor dem Trend hin zu thematischen Strategien gesehen und bereits im Jahr 2007 einen Fonds aufgelegt, der in Wasser investiert: Den Tareno Global Water Solutions Fund.

Aber wie kam es zu dieser Idee? „Die Idee des Fonds entstand beim Besuch einer Wasserkonferenz in den USA im Jahr 2002. Dort hat sich Tareno erstmals für die Strategie inspirieren lassen. Denn an dieser Konferenz haben nur etwa 30 Leute teilgenommen. Bereits damals war das Thema Wasser und die Aufbereitung von Wasser ein zentrales Zukunftsthema. Deswegen haben wir hier eine Möglichkeit gesehen, ein langfristig wichtiges Thema abzudecken, das offenbar noch wenig Beachtung in der Branche fand”, erklärt Stefan Schütz, Leiter des Equity Research Teams bei Tareno, im Gespräch mit Fundview.

Drei Sektoren und ein Investment-Beispiel

Aber warum ausgerechnet Wasser? Es gibt ein großes globales Ungleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage bei diesem Rohstoff. Die Menge an Wasser auf diesem Planeten ist gegeben. Aber die Nachfrage nach Wasser steigt aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung, dem steigenden Bedarf in der Wirtschaft und der Urbanisierung.

„Natürlich hat der Klimawandel ebenfalls hier eine große Bedeutung. Deswegen ist der technologische Wandel im Hinblick auf die Gewinnung und Aufbereitung von Wasser enorm wichtig. Wir investieren mit unserem Fonds dabei nicht in den Rohstoff Wasser wie Wasserquellen, sondern in Unternehmen, die Technologien mit Bezug auf Wasser entwickeln”, sagt Schütz. Dieses Universum besteht aus etwa 200 Firmen, aufgeteilt in die Sektoren Industrie, Versorger, Baugewerbe und Landwirtschaft.

Industrie ist dabei der stärkste Sektor des Fonds. Ein Investment-Beispiel ist die US-amerikanische Firma Watts, die Sanitärtechnik herstellt. Schütz erklärt: „Watts-Produkte werden beispielsweise eingesetzt, wenn Wasser aus der Hauptleitung von der Straße in die Wohnung geleitet wird. Hier liefert das Unternehmen sämtliche Infrastruktur und entwickelt immer wieder innovative Lösungen. Beispielsweise eine Klappe, die verhindert, dass das schmutzige Wasser zurückfließt. Diese Infrastruktur muss regelmäßig ersetzt und erneuert werden.”

Die Tareno AG wurde im Jahr 2000 als Aktiengesellschaft gegründet und ist im Besitz von privaten Teilhabern. Insgesamt hat das Unternehmen 34 Mitarbeiter und rund 2,5 Milliarden Schweizer Franken Assets under Management. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Basel, zudem gibt es eine Vertretung in Zürich und eine Tochtergesellschaft in Luxemburg.

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