Sondersituationen im Rentenmarkt: Wie Hamburger Fonds-Berater einen Mehrwert erzielt
Stefan Maiwald verwaltet als Fonds-Berater für das Bankhaus Goyer & Göppel einen flexiblen Anleihefonds; und liefert teilweise Renditen im zweistelligen Bereich.
Tim Habicht · 01/22/2020

Lassen sich mit Anleihen im aktuellen Niedrigzinsumfeld noch attraktive Renditen erzielen? Stefan Maiwald, Gründer der Portfolioalpha Consulting GmbH und ehemaliger Portfoliomanager in der Bankenwelt, antwortet eindeutig mit ja.

Dass das aber nicht mit Staatsanleihen möglich ist, sollte allerdings klar sein. „Unser Fonds fokussiert Sondersituationen im Rentenmarkt. Wir verdienen dadurch mit Zinsen Geld, obwohl die Notenbanken den Zins abgeschafft haben”, sagt Maiwald im Gespräch mit Fundview.

Im Jahr 2014 hat Maiwald sein eigenes Unternehmen gegründet. Dann kam eine Anfrage vom Bankhaus Goyer & Göppel für einen Rentenfonds, den Maiwald seit Juli 2015 gemeinsam mit drei Kollegen des Hamburger Bankhauses als Team verwaltet: Der Goyer & Göppel Zins-Invest Alpha Universal-Fonds. Das Ergebnis dieser Arbeit: Eine Rendite von 11,1 Prozent in 2019 und eine Rendite von 9,4 Prozent in 2017. Im schwierigen Jahr 2018 verlor der Fonds etwa sechs Prozent.

Bewusst kein enges Korsett und viel Freiheit

Um diese Performance zu erzielen gehen Maiwald und Co. sehr selektiv vor. Dennoch ist die Auswahl riesig. Zum Vergleich zählt Maiwald auf, dass es rund 9.000 handelbare Aktien gibt. Im Gegensatz dazu rund 55.000 handelbare Anleihen. Ein weiterer Vorteil von Anleihen sei, dass der Zins feststehe. „Wenn die Firma, in deren Anleihe wir investieren, nicht Konkurs anmeldet, werden wir auch entsprechend bezahlt. Das Fälligkeitsdatum der Anleihen ist ein großer Vorteil. Dadurch lassen sich Zahlungsströme planen”, so Maiwald.

Verstärkt wird das Management-Team derzeit bei Unternehmensanleihen fündig. Dort wurden zunehmend attraktive Anleihen emittiert. Beispielsweise von Otto, Bayer oder Grenke. Deswegen wurde dort die Allokation im Laufe des vergangenen Jahres erhöht. Aktuell machen Unternehmensanleihen rund 40 Prozent des Portfolios, das rund 21 Millionen Euro groß ist, aus. Anfang des vergangenen Jahres lag der Anteil noch bei etwa 30 Prozent.

Ein weiterer zentraler Faktor der Strategie ist die Flexibilität und Freiheit, die im aktuellen Marktumfeld auf der Anleihe-Seite zwingend notwendig sei. „Wir haben uns bewusst kein enges Korsett für den Fonds geschnürt und agieren völlig frei von Rating-Vorgaben. Große Häuser können das nicht und hier liegt unser großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz von großen Asset Managern”, sagt Maiwald. Es wird ausschließlich auf die Anleihen geschaut und auch Anleihen ohne Rating und mit einem niedrigen Emissionsvolumen werden allokiert. „Das heißt vor allem: Inhalte der Prospekte wälzen und Spezialsituationen ausfindig machen.”

Teilen Sie diesen Artikel:

Auf dieser Webseite werden Nutzungsdaten durch uns und eingebundene Dritte erfasst und ausgewertet, u.a. mittels Cookies. Weitere Informationen – auch zu den Möglichkeiten diese Verarbeitung zu unterbinden - finden Sie HIER.