Japan-Fondsmanager von EI Sturdza erhöht heimischen Konsum
Der Fondsmanager erwartet keine weitere Rallye der exportabhängigen Unternehmen und hat hier entsprechend seine Allokation reduziert.
Tim Habicht · 01/21/2020

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat auch großen Einfluss auf die japanische Wirtschaft und seine Unternehmen gehabt. Schließlich ist die japanische Wirtschaft sehr auf den Export fokussiert. Deswegen haben diese Unternehmen auch stark von der Entspannung des Handelsstreits profitiert. Dennoch hat Mitsuhiro Yuasa, Fondsmanager bei EI Sturdza, seine Allokation in Exporteure innerhalb der vergangenen Wochen und Monaten gesenkt. Warum?

Yuasa erklärt im Gespräch mit Fundview: „Der Ausblick für das laufende Jahr ist insgesamt positiver für die japanische Wirtschaft. Zwar entspannt sich der Handelsstreit, dennoch haben wir die Exporteure in unserem Portfolio gesenkt. Denn der große Abschlag ist schon wieder verschwunden. Wir erwarten keine weitere Rallye der exportabhängigen Unternehmen und investieren stärker in lokale Unternehmen, die vom steigenden Konsum innerhalb des Landes profitieren.”

Konkret hat sich die Allokation innerhalb seines E.I. Sturdza Strategic Japan Opportunities-Fonds von einer Gewichtung von rund 65 Prozent von Exporteuren Ende des vergangenen Jahres auf aktuell rund 60 Prozent verändert. Unternehmen, die am heimischen Konsum partizipieren wurden entsprechend von einer Gewichtung von 35 Prozent auf derzeit 40 Prozent erhöht.

Größtes Problem: Der demographische Wandel

Weiterhin sei der Handelsstreit zwischen den USA und China die größte Sorge für die japanische Wirtschaft. Allerdings würden sich diese Sorgen etwas lichten und Unternehmen würden für das laufende Jahr ihre Gehälter anziehen. Das dürfte den sich abschwächenden Konsum verbessern und antreiben. Von diesem Umstand will der Fonds stärker profitieren.

Dass sich Yuasa insgesamt positiver für die japanische Wirtschaft zeigt, hat auch mit Premierminister Shinzo Abe zu tun. Seit er Premierminister ist, habe sich die Politik des Landes stark verändert; sowohl fiskal als auch monetär. Yuasa sagt: „Allerdings ist einer der größten Unterschiede zwischen Abe und seinen Vorgängern seine Amtszeit. Abe ist seit 2012 Premierminister und hatte entsprechend auch die Zeit, seine Änderungen umzusetzen. Vorher waren viele Premierminister nur eine kurze Zeit im Amt. In dieser kurzen Zeit konnten sie nicht viel bewirken oder verändern. Dass Abe seit acht Jahren im Amt ist, ist sehr wichtig für die Stabilität der japanischen Politik; und der japanischen Wirtschaft. Dabei ist die monetäre Politik unter Abe vor allem für die Wirtschaft sehr wichtig und gibt eine große Unterstützung.”

Weil Japans Wirtschaft sehr exportgetrieben ist, sei beispielsweise ein schwächerer Yen sehr positiv für die Wirtschaft. Das größte Problem ist und bleibt aber der demographische Wandel des Landes. „Zudem sparen Unternehmen noch immer viel Geld, weil sie die große Depression 2008 erlebt haben und weiterhin eine Rezession fürchten. Das hindert noch immer viele Unternehmen daran, die großen Cash-Bestände zu investieren; beispielsweise in Aktienrückkäufe oder insgesamt in das Wachstum des Unternehmens.”

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