Carsten Kutschera von T. Rowe Price über Konsolidierung der Branche und Ausbau des Frankfurt-Standortes
Trotz vorhandenem Margendruck kommen immer neue Asset Manager auf den deutschen Markt. Das werde sich möglicherweise ändern. Wichtig für bestehende Asset Manager ist die Schärfung des Profils; und das Erzielen von Alpha.
Tim Habicht · 01/20/2020

Der Asset Manager T. Rowe Price ist seit etwa fünf Jahren auf dem deutschen Markt aktiv und ein fester Bestandteil der Asset-Management-Branche in Deutschland geworden. Trotz eines großen Angebots an Fonds und Unternehmen in Deutschland kommen aber auch in den vergangenen Monaten immer neue ausländische Player nach Deutschland. „Das ist überraschend, denn der Margendruck ist spürbar und eindeutig vorhanden”, sagt Carsten Kutschera, Head of Mid Europe bei T. Rowe Price, im Gespräch mit Fundview und fügt hinzu: „Eine Konsolidierung scheint unausweichlich. Insbesondere für Asset Manager ohne echtes Profil. Allen voran die Mitte zwischen großen Asset Managern und spezialisierten Boutiquen könnte von dieser Konsolidierung betroffen sein. Natürlich spielt hier auch das Marktumfeld eine Rolle.”

Deswegen werde sich in den kommenden Jahren bei den Asset Managern die Spreu vom Weizen trennen. Der Trend werde sich fortsetzen, ein möglichst konsistentes Alpha zu erzielen oder ein kostengünstiges passives Angebot zu haben. Beides habe seine Berechtigung. Index Hugger hätten diese hingegen nicht. „Zentral für das Angebot eines Asset Managers ist es nicht zuletzt, dass der Kunde einen roten Faden bei den Produkten beziehungsweise dem zugrundeliegenden Investmentprozess und den daraus resultierenden Ergebnissen erkennen kann“, sagt Kutschera.

Für T. Rowe Price ist das Commitment gegenüber seinen Kunden einen Mehrwert zu liefern. Das Besondere an T. Rowe Price sei unter anderem, dass die Fondsmanager zuvor fast immer Research-Analysten im eigenen Unternehmen waren und mit viel Hingabe und Sachverstand den fundamentalen Bottom-Up-Ansatz prägen. Insgesamt bietet der Asset Manager aktuell 45 Fonds in Deutschland an. Etwa zwei Drittel davon auf der Aktien- und ein Drittel auf der Anleihe-Seite. Seit kurzem hat das Unternehmen auch einen deutschen Schwellenländer-Anleihe-Spezialisten eingestellt, der als ehemaliger Portfoliomanager das Team dabei unterstützen wird, auch den Anleihe-Bereich stärker in Deutschland zu positionieren, wo viele Investoren auf der Suche nach passenden Strategien sind.

Kostenbewusst unterwegs. Aber keine Dumping-Preise

Neben dem Wachstum auf der Portfoliomanagement-Seite will T. Rowe Price auch personell auf der Vertriebsseite in Deutschland wachsen und stärker präsent werden. Inzwischen sind sieben Mitarbeiter am Frankfurt-Standort angestellt. „In diesem Jahr wollen wir unser bestehendes Team selektiv auf der institutionellen und der Wholesale-Seite verstärken und somit unsere lokale Präsenz mit dem Frankfurter Büro weiter ausbauen.“ In der zukünftigen Ausrichtung gewinne die Betreuung bestehender Kunden zunehmend an Bedeutung, es gehe nicht nur um die Gewinnung neuer Kunden.

Kutschera erklärt: „Wir legen Wert auf Beständigkeit. Dabei wollen wir sicherstellen, dass unsere Fonds glaubwürdig positioniert sind und einen Mehrwert für unsere Kunden liefern. Seit über 80 Jahren wachsen wir organisch und nicht durch Zukäufe. Diesen Pfad wollen wir fortsetzen und uns auf hervorragenden Service für unsere Kunden fokussieren.“

Im Wettbewerb um die Kunden spielt natürlich auch der Kostenpunkt eine zentrale Rolle. Insgesamt sei T. Rowe Price kostenbewusst mit seinen Angeboten unterwegs. „Auf Gesamtkostenbasis sind unsere Fonds im Durchschnitt günstiger als die jeweilige Peer Group. Allerdings wollen wir aufgrund der bestehenden Qualität unsere Produkte auch nicht zu Dumping-Preisen anbieten, sondern für einen vernünftigen Preis einen Mehrwert liefern“, so Kutschera.

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