Alexander Isak von UBS Real Estate: „Immobilien-Investoren müssen stärker über den Tellerrand schauen“
Auch wenn der Immobilien-Markt weiterhin attraktiv ist, müssen Investoren Alternativen im Blick haben. Isak, der einen 1,2 Milliarden Euro schweren Fonds verwaltet, hat beispielsweise deutsche Objekte abgebaut.
Tim Habicht · 01/20/2020

Der Immobilienmarkt boomt! Generell sind Immobilien weiterhin eine sehr attraktive Assetklasse; allen voran auch im Vergleich gegenüber anderen Assetklassen und vor allem, weil Immobilien bezüglich Aktien und anderen Assetklassen eine verhältnismäßig niedrige Korrelation aufweisen. Deswegen können Immobilien das Gesamt-Portfolio stabilisieren und strategisch für jedes Portfolio ein Baustein sein. Aber auch bei Immobilien zeigt sich: Flexibilität ist wichtiger denn je.

„Als Immobilien-Investoren müssen wir stärker über den Tellerrand schauen. Die Nachfrage ist sehr groß und es dauert zunehmend länger, gute Objekte zu finden. Auch deswegen ist es zentral, dass wir vor Ort mit eigenen Teams präsent sind und interessante Immobilien frühzeitig und schnell sichern können”, sagt Alexander Isak, Senior Fondsmanager bei UBS Real Estate und verantwortlich für den des UBS Euroinvest Immobilien-Fonds, im Gespräch mit Fundview.

Strukturelle Schwierigkeiten sieht Isak bei Einzelhandelsimmobilien, da die Umsätze des stationären Einzelhandels nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden E-Commerce in vielen Lagen rückläufig seien. „Deswegen allokieren wir nur sehr selektiv den Einzelhandel und fokussieren uns auf Core-Büroimmobilien in Europa. Diese Immobilien verfügen über einen robusten Cash-flow und dürften von weiteren möglichen Mietpreissteigerungen profitieren.”

Deutsche Objekt wurden abgebaut

Mit Blick auf die globalen Immobilienmärkte sei der europäische Markt der attraktivste. Denn in Europa würden Investoren am stärksten vom Mietpreiswachstum profitieren können. Isak erklärt: „Im globalen Vergleich sind die Mieten in Europa nämlich auf einem nicht allzu hohen Niveau. Vor allem in den europäischen Städten sollten die Mieten in den kommenden zwei, drei Jahren weiter steigen. Denn in Europa wurde über die vergangenen Jahre verhältnismäßig wenig gebaut und auch mit Blick auf die kommenden Jahre befinden sich die Baufertigstellungsquoten auf einem niedrigen Niveau. Die Nachfrage ist aber weiter unverändert groß und wird vermutlich weiter anhalten.”

Das starke Marktumfeld in Deutschland hat Isak in seinem 1,2 Milliarden Euro schweren Fonds dazu genutzt, um das Portfolio mit dem Verkauf deutscher Objekte zugunsten von Neuankäufen in anderen vielversprechenden Teilmärkten weiter zu diversifizieren. „So konnten wir beispielsweise in Madrid eine vollvermietete Immobilie mit mehreren bonitätsstarken Unternehmen in einem aufstrebenden Teilmarkt akquirieren. Deutschland bleibt selbstverständlich ein interessanter Markt und ein strategisches Ziel für neue Ankäufe, den wir aufgrund des hohen Wettbewerbs am Investmentmarkt jedoch sehr selektiv prüfen”, so Isak.

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