DWS senkt Risiko in Multi-Asset-Portfolios
Nach einem sehr guten Börsenjahr 2019 wurde im Dezember das Risikoprofil in den Multi-Asset-Strategien der DWS gesenkt. Die Aktienquote in einem ausgewogenen Risikoprofil wurde beispielsweise von 55 Prozent taktisch auf etwa 45 Prozent reduziert.
Tim Habicht · 01/14/2020

Der deutsche Asset Manager DWS hat nach einem sehr guten Börsenjahr 2019 im Dezember des vergangenen Jahres das Risikoprofil in den Multi-Asset-Strategien gesenkt. Die Aktienquote in einem ausgewogenen Risikoprofil wurde beispielsweise von rund 55 Prozent taktisch auf etwa 45 Prozent reduziert. Warum? Das erklärt Stefan Hoffmann, Portfoliomanager im Multi-Asset-Team der DWS, auf Anfrage von Fundview.

„Wir wollten die positive Entwicklung des Jahres 2019 in den Portfolios zumindest zu einem gewissen Teil sichern. Die großen politischen Krisenherde Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China haben mit den deutlichen Ergebnissen bei der britischen Parlamentswahl und einer de facto erfolgten Einigung über einen Phase-1-Handelsdeal an Schrecken verloren. Die Märkte haben dies aus unserer Sicht bereits vollständig eingepreist”, sagt Hoffmann.

Dies sei auch an einer optimistischeren Positionierung der Marktteilnehmer abzulesen, bei denen sich die Stimmung ebenfalls verbessert habe. Gleichzeitig bleibe das fundamentale Umfeld allerdings eher schwach: „Das Wachstum dümpelt auf niedrigem Niveau dahin. Die Inflation bleibt ebenfalls niedrig und ohne größere Inspiration. Die Gewinnentwicklung der Unternehmen wird für 2020 ebenfalls nur im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind zwar nicht exzessiv, sind aber 2019 angestiegen und liefern auch keine Argumente für ein kurzfristig stärkeres Engagement”, analysiert Hoffmann und fügt hinzu: „Politisch sehen wir einige potentielle Stolpersteine am Horizont: Die Vorwahlen in den USA im Februar sind traditionell ein Ereignis, das Unsicherheit an den Märkten mit sich bringt. Darüber hinaus birgt die Diskussion über die Phase 2 im Handelsstreit Enttäuschungspotenzial.”

Diversifikatoren zur Portfolio-Stabilisierung

In Summe würde dieser beschriebene Mix einen zunächst etwas zurückhaltenden Jahresstart mit der nötigen Flexibilität rechtfertigen und die Allokationen bei stärkeren Marktveränderungen entsprechend der Hausmeinung angepasst. Gleichzeitig sei die DWS überzeugt davon, dass sich die Entwicklung des Jahres 2019 so schnell nicht wiederholen werde und in Zukunft mit niedrigeren Wertentwicklungen über alle Anlageklassen hinweg gerechnet werden müsse.

„Mit Blick auf die Reife des Anlagezyklus nehmen Risiken für stärkere Kurskorrekturen tendenziell zu. Die (geo)politischen Spannungen zwischen den USA und Iran zu Beginn des Jahres haben uns in unserer Einschätzung bestärkt, dass die Volatilität an den Märkten in den nächsten Monaten immer mal wieder stärker ansteigen könnte, was taktische Opportunitäten eröffnet”, sagt Hoffmann.

Gleichzeitig setzt das DWS-Team auf Diversifikatoren, die das Multi-Asset-Portfolio in einem solchen Szenario abfedern sollten. Dazu gehören neben Gold und dem japanischen Yen auch die Zinssensitivität von Staatsanleihen, die bevorzugt über US-Staatsanleihen umgesetzt werden. Diese würden über den „sicheren Hafen“ hinaus den Charme bieten, dass sie einen positiven laufenden Ertrag bieten, was in Europa immer seltener anzutreffen sei.

„Die mittlere Kapitalbindungsdauer der Rentenanlagen auf Ebene eines ausgewogenen Portfolios befindet sich aktuell bei etwa drei Jahren. Zusätzlich halten wir an unserer starken Überzeugung für Schwellenländeranleihen in harter Währung fest. Die Renditeniveaus haben sich zwar auch hier reduziert. Allerdings entsprechen Endfälligkeitsrenditen von um die fünf Prozent in US-Dollar den Erwartungen, die wir an die globalen Aktienmärkte stellen, und das mit deutlich niedrigerem Risiko“, so Hoffmann.

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