Emissionshaus für digitale Assets will Fonds und ETFs tokenisieren
Ab Mitte des laufenden Jahres sollen die ersten zehn Fonds tokenisiert werden. Dadurch können Asset Manager beispielsweise neue Kunden erreichen.
Tim Habicht · 01/13/2020

Das Unternehmen Quanvest aus Bad Homburg fungiert als Emissionshaus für digitale Assets und will Investoren dabei unterstützen Asset Backed Tokens, das heißt Fonds und ETFs eins zu eins als replizierende Token zu emittieren. Dafür sollen nach Erhalt der nötigen BaFin-Zulassung ab Mitte dieses Jahres die ersten zehn Fonds tokensisiert werden.

„Diese tokenisierten Fonds oder ETFs sind wie ein normaler Fonds oder ETF mit einem entsprechenden Prospekt, auch in kleinen Stückelungen noch günstig handelbar. Auch können diese Vehikel direkt und unmittelbar mit anderen Investoren gehandelt werden”, sagt Christian Libor, geschäftsführender Gesellschafter von Quanvest, im Gespräch mit Fundview. Die Tokenisierung der Fonds und ETFs biete ein neues Kundenfeld für Asset Manager, die dadurch neue Zielgruppen, wie zum Beispiel Crypto-Trader erreichen, ohne über die klassischen Wege oder Plattformen wie Banken gehen zu müssen. Es lassen sich auch Sparpläne über diese Asset Backed Tokens darstellen.

„Wir wollen eine regulierte Alternative zu Kryptowährungen schaffen und unterschiedliche Investment-Token emittieren, die mit Assets, wie Fonds und ETFs hinterlegt sind. Dabei profitieren wir natürlich auch von den Bestrebungen der Bundesregierung, das Krypto-Verwahrstellengeschäft zu regulieren und damit weiter zu professionalisieren”, so Libor.

Als Zielgruppe sieht Quanvest Vermögensverwalter, Banken und Asset Manager, die ihre Strategien und Produkte tokenisieren möchten. Quanvest übernimmt dabei mit seiner sogenannten Tokenwise Fabric die komplette Umsetzung sowie die Einrichtung des benötigten Wallets. Damit soll den Unternehmen eine digitale Vertriebs-Plattform für ihre Produkte angeboten werden. Das Aufsetzen und der Handel der Tokens ist äußerst günstig. So fallen beispielsweise nur rund 0,1 Prozent Gebühren beim Handel der Tokens an.

Robo-Advisor können Wertschöpfungskette verkürzen

„Insgesamt entwickelt sich der Markt der digitalen Assets stark. Auf diese Entwicklung müssen sich die traditionellen Institute einstellen und vorbereiten. Denn die digitale Entwicklung, auch im Hinblick der Tokenisierung von Produkten, ist unvermeidlich und wird unter allen Umständen voranschreiten.” Die Gebühren seien dabei deutlich günstiger als über die bisher traditionellen Möglichkeiten. Außerdem falle viel weniger Papier an. Die Tokenisierung der bestehenden Produkte in der Asset-Management-Branche sei das Geschäft der Zukunft.

Libor erklärt: „Der Markt hat einen großen Bedarf an der Tokenisierung von Fonds und ETFs. Hier sind Lösungen gefragt und das Potential für regulierte und sichere Tokens in der Verwaltung von Vermögen ist sehr groß. Wir möchten diese beiden Welten zusammenbringen.” Auch für Robo-Advisor sei die Tokenisierung ihres Angebots attraktiv. Denn dadurch könne das Angebot noch kostengünstiger und leichter für den Kunden gestaltet werden. Insgesamt werden die Schritte in der Wertschöpfungskette verkürzt.

Teilen Sie diesen Artikel:
Meistgelesen

Auf dieser Webseite werden Nutzungsdaten durch uns und eingebundene Dritte erfasst und ausgewertet, u.a. mittels Cookies. Weitere Informationen – auch zu den Möglichkeiten diese Verarbeitung zu unterbinden - finden Sie HIER.