Jörg Schmidt von Union Investment: „Sind verstärkt auf der Suche nach Managern im Alternatives-Bereich”
Aktuell sind etwa vier Milliarden Euro bei den Multi-Asset-Produkten von Union Investment in Alt UCITS investiert. Schmidt ist vor allem bei marktneutralen Aktienstrategien stets auf der Suche nach neuen Bausteinen.
Tim Habicht · 01/13/2020

Jörg Schmidt, Head of Multi Management & Portfolio Construction bei Union Investment, stellt einen Trend hin zu Alternatives mit neuen spannenden Fonds und Strategien fest. Dabei sei im Niedrigzinsumfeld Alpha als Ertragsquelle unverzichtbar. Daher sei es gut vorstellbar, dass der Bedarf an Alternatives-Strategien noch weiter steigen werde. Das sagt Schmidt im Gespräch mit Fundview.

„Es gibt viele spannende Alternatives-Themen. Wir sind verstärkt auf der Suche nach guten Managern im Alternatives-Bereich. Dabei bieten Alternatives im Idealfall marktunabhängiges Alpha und eine große Diversifikation zu den traditionellen Assetklassen. Bezüglich der Gesamt-Portfoliokonstruktion sind Alternatives deswegen sehr attraktiv“, erklärt Schmidt. Aktuell sind etwa vier Milliarden Euro bei den Multi-Asset-Produkten von Union Investment in Alt UCITS investiert.

Besonders im Fokus seien aktuell marktneutrale Long/Short-Fonds im Aktienbereich. Diese sollen der Diversifikation und zur Absicherung des Portfolios dienen. „Wir sind insbesondere bei marktneutralen Aktienstrategien stets auf der Suche nach neuen Bausteinen. Zum einen sind die Möglichkeiten bei der Bildung marktneutraler Portfolios durch die Vielzahl unterschiedlicher Aktien enorm groß, und zum anderen gibt es durch die Selektion von Strategien, die nur in bestimmten Ländern oder Sektoren aktiv sind, hohe Diversifikationsmöglichkeiten zum bereits bestehenden Portfolio“, sagt Schmidt.

Dabei achtet der Fonds-Selektor unter anderem auf Kriterien wie Ähnlichkeiten im Drawdown-Verhalten gegenüber direktionalen Investments, die Fokussierung des Managers auf einen bestimmten Bereich des Kapitalmarkts, die Anreizstrukturen des Managers und natürlich den jeweiligen „Fit“ der Strategie zu den bereits bestehenden Investments.

Insgesamt robustes Portfolio

Sollten bei Alternatives vor allem spezialisierte kleinere Teams oder Boutiquen favorisiert werden? Schmidt bleibt pragmatisch und sagt: „Wir allokieren sehr gerne Boutiquen, aber auch Asset Manager mit Boutique-Strukturen. Es geht bei uns um die Manager. Weil es insgesamt schwierig ist, eine Boutique zu definieren, favorisieren wir insgesamt spezialisierte Manager. Dabei ist uns der Manager und die Strategie wichtig und nicht der Name oder die Marke des Anbieters. Der Alternatives-Baustein muss für die Portfoliokonstruktion passen.“

Alternative Risikoprämien seien dabei nur teilweise interessant für Schmidt, weil er nach Alpha und nicht nach Beta suche. Dennoch würde es auch in diesem Bereich spannende Produkte für die Portfoliokonstruktion geben.

Abseits von Alternatives ist Schmidt derzeit in seinen Multi-Asset-Portfolios moderat positiv bei Aktien ausgerichtet. Das wirtschaftliche Wachstum habe sich weltweit zwar eher abgeschwächt, aber Schmidt hat keine Sorge, dass die Wirtschaft in eine globale Rezession schlittert. „Dennoch stellen wir unser Portfolio insgesamt robust mit einem ausgewogenen Mix aus Growth- und Value-Titeln auf.“

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