Globaler Aktienchef von Columbia Threadneedle erhöht China-Allokation
Insgesamt stellt William Davies, der auch CIO der EMEA-Region ist, die Portfolios aber defensiver auf.
Tim Habicht · 01/10/2020

Aufgrund des sich aufhellenden Handelsstreits zwischen den USA und China hat William Davies, globaler Aktienchef und CIO der EMEA-Region von Columbia Threadneedle, die Allokation in Asien und allen voran in China im Laufe des vergangenen Jahres erhöht. „Der Handelsstreit ist weiterhin das größte Risiko für die Märkte, und sein Ausgang ist unklar. Diese Unsicherheit wird vermutlich anhalten. Allerdings erwarten wir immer wieder positive Zwischenschritte und kleinere Abkommen, die sich positiv auf die Märkte auswirken sollten”, sagt Davies im Gespräch mit Fundview.

Insgesamt stellt Davies seine Multi-Asset-Portfolios aber defensiver auf. Das liegt vor allem an dem weiterhin verhaltenen wirtschaftlichen Ausblick für das laufende Jahr. Deswegen favorisiert Davies insgesamt eher defensive Aktientitel in den Portfolios – also Titel, die das Portfolio insgesamt stabilisieren und robust machen.

„In diesem Umfeld favorisieren wir bezüglich der Bewertungen und der Wachstumsaussichten US-Titel und asiatische Aktien außerhalb Japans. In unseren Mischfonds-Portfolios halten wir derzeit vor allem Titel vergleichsweise hoher Qualität. Im Sommer haben wir allerdings auch Value-Titel zugekauft”, sagt Davies.

Eine Growth-Blase sieht Davies dabei nicht an den Märkten. Allerdings sollten Investoren überzeugt davon sein, dass die Unternehmen, in die sie investieren, entsprechendes Wachstum liefern. „Insofern sollten Investoren selektiv vorgehen. Denn ohne Wachstum wird es für Growth-Titel problematisch. Mit Blick auf die großen Tech-Titel Google, Alphabet, Apple und Co. sind wir von weiterem Wachstum überzeugt. Diese Unternehmen verfügen über starke Bilanzen und viel Cash.”

2019 war die Angst vor einer Rezession groß

Das wahrscheinlichste Szenario für das laufende Jahr sei ein langsames Wirtschaftswachstum mit niedriger Inflation und niedrigen Zinsen. So ein Umfeld sei positiv für ein nachhaltiges, anhaltendes Wachstum global aufgestellter Unternehmen und damit auch für Aktien. Denn die Bewertungen von Aktien seien im Vergleich zu Anleihen weiterhin attraktiv.

Rückblickend auf 2019 stellt Davies fest, dass das Jahr insgesamt ein sehr positives Jahr war; und zwar für alle Assetklassen. „Der Grund für dieses starke Jahr liegt unter anderem auch in einer Aufholrallye nach starken Kursverlusten im vierten Quartal 2018. Damals war die Angst vor einer Rezession groß und der wirtschaftliche Ausblick insgesamt sehr negativ. 2019 haben die Notenbanken dann durch ihre Zinspolitik die Märkte deutlich unterstützt und vorangetrieben.”

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