ODDO BHF AM erhöht Alternatives-Anteil in Immobilien-Fonds auf 20 Prozent
Die Segmente außerhalb des traditionellen Immobiliengeschäfts wurden im ODDO BHF Immobilier, einem über 30 Jahre alten Fonds, signifikant erhöht. Allen voran Logistik-Investments spielen dabei eine große Rolle.
Tim Habicht · 01/07/2020

Aufgrund eines sich verändernden Marktumfeldes müssen auch Manager von Immobilienfonds ihr Portfolio anpassen. Deswegen hat Pierre Toussain, Co-Manager des 30 Jahre alten ODDO BHF Immobilier-Fonds, seinen Fonds in den vergangenen Jahren stärker zu sogenannten Alternatives angepasst und diesen Alternatives-Anteil signifikant auf aktuell rund 20 Prozent des Portfolios erhöht.

Mit Alternatives sind die Segmente außerhalb des traditionellen Immobiliengeschäfts wie Logistik, das Gesundheitswesen, Studentenwohnheime und Hotels gemeint. „Dort haben wir in den vergangenen drei Jahren einen starken Wandel festgestellt, und die Gewichtung der Alternatives wurde in dieser Zeit stark erhöht. Entsprechend reduziert wurde der unter Druck geratene Retail-Markt. Aufgrund der hohen Fragmentierung dieser Märkte besteht die größte Herausforderung darin, die besten Akteure zu identifizieren”, sagt Toussain im Gespräch mit Fundview.

Allen voran der Logistik-Anteil des Portfolios wurde in dieser Zeit von 2,3 Prozent auf heute 9,3 Prozent erhöht. „Wir sind überzeugt von einem sich fortsetzenden Erfolgs des eCommerce. Davon profitieren Logistik-Unternehmen. Auch durch die Urbanisierung eröffnen sich attraktive Investment-Opportunitäten.”

Berlin-Allokation ebenfalls untergewichtet

Der ODDO BHF Immobilier wurde am 14. September 1989 gestartet und hat ein Volumen von 328 Millionen Euro. Insgesamt werden nach der zugrundeliegenden Strategie 604 Millionen Euro verwaltet. Toussain, der den Fonds gemeinsam mit Véronique Gomez verantwortet, erklärt die Strategie: „Wir investieren in börsennotierte Immobilieninvestments und sehen dies als gute Alternative zu Immobilien-Direktanlagen. Beide Anlagemöglichkeiten unterscheiden sich allerdings grundlegend voneinander: Erstere werden im Unterschied zu letzteren an zentralisierten Börsen gehandelt und bieten somit sofortige Liquidität und eine transparente Preisfindung. Wir denken, dass Investoren auch bei Immobilien von einer breiten Diversifikation profitieren. Eine Beimischung börsennotierter Immobilienanlagen kann das Risiko-Ertrags-Profil des Gesamtportfolios verbessern.”

Immobilien-Investments seien insgesamt im Trend und hätten im vergangenen Jahr eine gute Rendite geliefert. Aber die Bewertungen und Preise steigen, deswegen müssen Investoren sehr selektiv bleiben. Der Retail-Markt sei in diesem Umfeld eher schwieriger geworden. Dort sind Toussain und Gomez aktuell aufgrund der steigenden Konkurrenz durch eCommerce vorsichtiger und defensiver positioniert. „Untergewichtet haben wir derzeit aufgrund der politischen Diskussion um die Mietpreisbremse unsere Allokation in Berlin. Das Thema ist als politisches insgesamt sehr schwierig einzuschätzen, weshalb wir die Entwicklung sehr genau beobachten. Deswegen warten wir hier aktuell ab”, sagt Toussain.

Vor dem Hintergrund ihrer Liquidität entwickeln sich börsennotierte Immobilien volatiler als direkte Immobilieninvestments: Die kurzfristige Volatilität ähnelt der von Aktienanlagen (mit Kapitalverlustrisiko), für langfristige Investoren ein geringfügiger Nachteil. Darüber hinaus bieten wir eine gute Möglichkeit, die Gesamt-Allokation durch einen defensiven Baustein zu stabilisieren. „Im Vergleich zu globalen Aktien sind Immobilien-Aktien robuster und weisen weniger Drawdowns auf. Die Spätphase des Konjunkturzyklus und die hohen Bewertungen globaler Aktien lenken Investoren außerdem stärker hin zu Immobilienaktien als defensiven Baustein für das Portfolio.”

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