Finum plant Wachstum von zehn neuen Beratern pro Jahr
Hans-Heinrich Meller, Generalbevollmächtigter der Finum Private Finance, über komplexer werdende Fragestellungen der Kunden, Family-Office-Dienstleistungen und warum die komplette Portfoliokonstruktion im Fokus stehen müsse.
Tim Habicht · 01/07/2020

Vor 15 Jahren wurde die Finum Private Finance von rund 20 ehemaligen Kollegen der Dresdner Vermögensberatungsgesellschaft gemeinsam gegründet und hat inzwischen über 90 Berater in ganz Deutschland. In Kürze soll die Marke von 100 Beratern geknackt werden. Denn die Finum plant ein personelles Wachstum von zehn neuen Beratern pro Jahr. Woher diese Mitarbeiter überwiegend kommen sollen, wie sich das Unternehmen gegenüber seinen Kunden aufstellen möchte und wie sich die Beratung insgesamt verändert, erklärt Hans-Heinrich Meller, Generalbevollmächtigter der Finum, im Gespräch mit Fundview.

„Wir möchten unabhängig sein und für unsere Kunden die besten Produkte und Dienstleistungen anbieten. Dabei bieten wir unter anderem Family-Office-Dienstleistungen und eine allumfassende Beratung für unsere Kunden an. Wir haben keine Einstiegsgrößen für vermögende Privatkunden. Jeder Berater entscheidet für sich, welche Kunden er betreuen möchte und welche Themengebiete zur Betreuung dazu zählen. Bei der Produktauswahl sind alle Berater im rechtlichen Rahmen komplett offen und selbstständig”, sagt Meller.

Insgesamt wurde in den vergangenen Jahren das Wachstum durch neue Berater, die ausschließlich aus den Private-Banking-Einheiten aller Bankengruppen zur Finum kamen, vorangetrieben und das Unternehmen zukunftsorientiert aufgestellt. Meller erklärt: „Die neuen Kolleginnen und Kollegen haben bewusst den Weg zur Finum gewählt, weil sie ein anderes Geschäftsmodell als zuvor bei den Banken haben wollten. Bewusst können neue Beraterinnen und Berater sowohl als Angestellte oder Selbstständige den Weg zur Finum suchen. So haben wir beispielsweise in diesem Jahr fünf Kolleginnen und Kollegen aus einer Private-Banking-Einheit der Kreissparkasse Augsburg angebunden, zwei Kollegen aus der Südwestbank und weitere Kollegen aus dem Bankhaus Hallbaum und der Commerzbank. Weitere Einstellungen und Anbindungen werden im kommenden Jahr definitiv folgen und stehen jetzt schon fest, denn wir wollen und werden wachsen.”

Lobby-Arbeit für unabhängige Unternehmen ist nötig

Dabei stellt Meller mehrere Trends und Veränderungen innerhalb der Branche fest: „Die Beratung verändert sich. Eine klassische Vermögensverwaltung kann eigentlich jeder. Dafür gibt es inzwischen auch schon Apps oder Robo-Advisor. Unternehmen müssen Mehrwerte neben dem traditionellen Wertpapiergeschäft liefern und sich insgesamt breiter als Unternehmen aufstellen.” Beispielsweise durch Family-Office-Dienstleistungen. Die Berater müssen allumfassend ihre Kunden betreuen und auch Synergien innerhalb des Hauses nutzen. „So können wir die komplette Wertschöpfungskette und Portfoliokonstruktion der Kunden abdecken. Es ist wichtig, die komplette Portfoliokonstruktion im Fokus zu haben und weniger einzelne Bausteine anzubieten”, sagt Meller.

Insgesamt würden die Fragestellungen der Kunden komplexer werden. Als Berater sei es wichtig, den Generationenwechsel umfassend zu begleiten, Stiftungen zu betreuen oder auch Gelder von Startup-Gründern zu verwalten. Deswegen müssen Berater mit mehreren Partnern zusammenarbeiten und eine komplette Finanzarchitektur anbieten.

Dass Vermögensberater und -verwalter davon profitieren, dass die Groß- und Privatbanken derzeit oftmals mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben, stellt auch Meller fest. „Dieser Trend verstärkt sich, denn Kostenstruktur und somit Vergütungsmodelle für Bankerinnen und Banker sind bei uns attraktiver, wir sind flexibler und effizienter und bieten ein breites Produkt-Universum an. Dennoch müssen wir als Branche weiterhin und verstärkt Lobby-Arbeit für unabhängige Vermögensverwaltung und Beratung betreiben.”

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