Gründer von österreichischer Boutique: Darum sollten Investoren jetzt Japan-Aktien beachten
Lange wurden japanische Aktien im globalen Vergleich eher gemieden. Es gibt allerdings Gründe, warum sich das jetzt ändern könnte.
Tim Habicht · 12/18/2019

Im globalen Vergleich wurden japanische Aktien in den vergangenen Jahren eher gemieden. Zu stark war beispielsweise auch die Performance von US-Titeln. Und zu groß waren auch die Zweifel an der japanischen Wirtschaft und insgesamt den Wachstumsaussichten der Unternehmen in Japan. Aber das könnte sich jetzt ändern, meint Harald Staudinger, Managing Partner der österreichischen Fonds-Boutique Aspoma Asset Management.

„Viele Investoren meiden aktuell Investments in asiatische Aktien, allen voran in China oder Japan. Das liegt natürlich am anhaltenden Handelsstreit und auch der Situation in Hongkong. Allerdings stellen wir vor allem in Japan eine große strukturelle Entwicklung und Veränderung fest, die zu einem Abbau der massiven Unterbewertung des Marktes führen wird”, sagt Staudinger im Gespräch mit Fundview.

Gründe seien beispielsweise die Folgen von Abenomics. Die Eigenkapitalrenditen der japanischen Unternehmen seien in den vergangenen Jahren von nur zwei auf mittlerweile zehn Prozent gestiegen. Deswegen sei ein hoher Bewertungsabschlag bei diesen Unternehmen nicht mehr gerechtfertigt.

Kaum Netto-Verschuldung bei Topix-Unternehmen

Die Kernthematik für den japanischen Markt sei die Diskrepanz von tiefen Bewertungen und profitablen Unternehmen. Im Gegensatz zu den US-Firmen, die kaum profitabler, aber viel teurer bewertet seien.

„In Japan wurde außerdem über die vergangenen Jahre bei vielen Unternehmen ein großer Cashpuffer aufgebaut. Dieses Geld liegt derzeit unprofitabel in den Bilanzen rum. Das bedeutet, dass 55 Prozent der Unternehmen im Topix keine Netto-Verschuldung mehr haben”, erklärt Staudinger.

Auf der anderen Seite würden Investoren immer mehr Druck auf die Unternehmen aufbauen: Das vorhandene Geld soll jetzt effektiver genutzt werden. Entweder für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe oder für Zukunftsinvestitionen. „Das führt dazu, dass die Dividendenrendite gestiegen und inzwischen höher als im S&P 500 ist. Anders als in den USA, wo ohnehin viele schon hoch verschuldete Unternehmen für Ihre Dividendenzahlungen Kredite aufnehmen müssen, zahlen die japanischen Unternehmen dies aus ihrer überschüssigen Liquidität.”

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