Warum der ACATIS IfK Value Renten im laufenden Jahr 200 Millionen Euro Zuflüsse hatte
Der Rentenfonds von Martin Wilhelm hat die Marke von einer Milliarde Euro Assets geknackt. Das liegt vor allem an der Allokation, die einen Mehrwert in schwierigen Märkten liefert.
Tim Habicht · 12/17/2019

Der Fondsmanager Martin Wilhelm blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück: Und das, obwohl Wilhelm einen Anleihefonds verwaltet. Oder möglicherweise auch gerade deswegen? Denn Wilhelm liefert mit seinem ACATIS IfK Value Renten einen echten Mehrwert für seine Investoren. Das zeigt eine annualisierte Performance von 7,2 Prozent seit Fonds-Start am 15. Dezember 2008.

Und die Anleger? Die danken ihm seine Performance mit kräftigen Zuflüssen. Unlängst hat Wilhelm mit seinem ACATIS IfK Value Rentenfonds die Marke von einer Milliarde Euro Assets under Management geknackt. Im laufenden Jahr, das vor allem die Aktienmärkte nach oben getrieben hat, sammelte Wilhelm rund 200 Millionen Euro ein.

„Anleihe-Investoren müssen flexibel allokieren. Wenn man weiterhin stumpf im Mainstream investiert, findet man kaum attraktive (Neu-)Emissionen. Deswegen blicken wir bewusst und schon seit langem über den Tellerrand und suchen nach Ineffizienzen bei bestimmten Märkten im Anleihesegment”, sagt Wilhelm im Gespräch mit Fundview. Ein Teil der Fondsmanager werde wegen eines fehlenden Blicks über den Tellerrand im kommenden Jahr Schwierigkeiten bekommen, über der Benchmark oder der Inflation zu landen. Dann bleibe nach den entsprechenden Gebühren keine Rendite mehr übrig. „Das wird dazu führen, dass Anleger ihre Gelder bei traditionellen Anleihefonds eher abziehen werden. Anleihe-Investoren, die einen Mehrwert erzielen, sollten im Idealfall hingegen tendenziell auch weiter Zuflüsse erleben.”

Britisches Pfund wurde erhöht

Bei Wilhelm steht vor allem die Suche nach Spezialitäten im Anleihe-Bereich im Fokus der Allokation. Könnte es deswegen nicht Probleme durch die steigenden Assets geben? Wilhelm verneint: „Dass wir die Milliardenmarke überschritten haben, ist für unser Portfolio kein Problem. Ein Teil der Anleihen, die wir ausfindig machen, sind semi-liquide ein anderer Teil dagegen gut liquide. So haben die zehn größten Positionen des Fonds ein durchschnittliches Emissions-Volumen von rund einer Milliarde Euro.”

Zwei zentrale Anleihen im aktuellen Portfolio sind Petrobras (mit 3,8 Prozent die zweitgrößte Position) und Russian Railway (mit 3,1 Prozent die drittgrößte Position). Petrobras ist ein brasilianisches halbstaatliches Mineralölunternehmen mit Sitz in Rio de Janeiro. Das Unternehmen betreibt Ölfelder und Raffinerien sowie petrochemische Anlagen und unterhält ein Tankstellennetz in Lateinamerika. „Dadurch generiert das Unternehmen stabile Cashflows. Wir haben Anleihen dieses Unternehmens in der Krise des Landes aufgebaut; und zwar in britischen Pfund”, erklärt Wilhelm und fügt hinzu: „Russian Railway ist die staatliche Eisenbahngesellschaft der Russischen Föderation und der größte Arbeitgeber in Russland. Auch hier werden stabile Cashflows generiert und die Anleihe bietet attraktive Renditechancen.”

Unter anderem aufgrund dieser beiden Anleihen ist das Exposure in britischen Pfund innerhalb des Fonds gestiegen; von rund acht auf aktuell elf Prozent. Die Allokation von Anleihen in britischen Pfund wurde erhöht. Unter anderem, weil das Brexit-Thema sich positiv verändert habe und ein harter Brexit teilweise schon eingepreist war. Insgesamt seien die Amplituden nach oben und unten größer geworden. Das bietet Chancen für aktive Fondsmanager, die in diesem Umfeld flexibel agieren können.

Gesenkt wurde hingegen die Duration des Fonds. Diese befindet sich im historischen Kontext immer zwischen vier und sieben Jahren. Aktuell liegt die Duration bei etwa vier Jahren und damit am unteren Ende des Spektrums. Mit einer strategischen Kasseposition von drei bis sechs Prozent soll zudem trockenes Pulver gehalten werden, um sich kurzfristig bietende Chancen bei Sondersituationen und bei Neu-Emissionen, entsprechend nutzen zu können. Bereits seit neun Jahren hat der Fonds auch regelmäßige Auschüttungen von vier Prozent. Aufgrund von erheblich vorhandenen Ausschüttungsreserven soll dies auch die zu erwartende Mindestausschüttung für die Zukunft sein.

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