Robeco-Portfoliomanager erhöht Peripherie-Allokation
Michiel de Bruin, Portfolio Manager Euro Government Bonds bei Robeco, erhöht die Allokation in Staatsanleihen der Euro-Peripherie. Der Grund: Die Notenbanken.
Tim Habicht · 12/13/2019

In den vergangenen drei bis sechs Monaten hat Michiel de Bruin, Portfolio Manager Euro Government Bonds bei Robeco, das Engagement in der Euro-Peripherie erheblich aufgestockt, um vom Potential einer Spread-Verengung durch Zins-Senkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu profitieren. „Obwohl das Wirtschaftswachstum in der Eurozone weiterhin sehr schwach ist, trägt der starke Rückgang der Anleiherenditen und damit der Neuverschuldungskosten positiv zur Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen bei, insbesondere in Italien“, sagt de Bruin im Gespräch mit Fundview.

Darüber hinaus scheint sich mit der neuen italienischen Regierung die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes mit der Europäischen Union (EU) im Hinblick auf den Haushalt 2020 erheblich verringert zu haben. „Wir sind weiterhin bestrebt, die Duration zu übergewichten, wobei der Schwerpunkt auf den US-Zinssätzen liegt. In Deutschland haben wir die Position reduziert, da langlaufende Bundesanleihen für eine Erholung des Welthandels anfällig sein können.“

De Bruin erwartet ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld. Wegen der unterstützenden EZB-Politik präferiert er daher Staatsanleihen, die unter dem EZB-Dach sind. Er wolle vor allem vom Carry und Roll profitieren.

Vorsichtig bei Schwellenländern

Müssen Investoren im Anleihe-Bereich nicht immer mehr Risiko eingehen, um eine attraktive Rendite zu erzielen? „In Bezug auf Risiken sind wir vorsichtig. Aufgrund der anhaltenden Handelsunsicherheit steigen die Risiken für eine Rezession. Obwohl die Risiken für einen harten Brexit anscheinend erheblich abgenommen haben, ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Die Risikomärkte waren stark, da die Erwartungen gestiegen sind, dass ein Phase-1-Handelsabkommen zwischen China und den USA abgeschlossen werden kann. Wir bezweifeln jedoch, dass die Erholung so stark sein wird, wie es derzeit eingepreist ist“, erklärt de Bruin.

Daher bevorzugt er festverzinsliche Vermögenswerte, die unter dem Dach der EZB gehandelt werden, Peripherie-Anleihen oder auch Supranationale-Emittenten. Bei Hochzinsanleihen ist de Bruin vorsichtiger, zumal Anleihen unter BB anfälliger für wirtschaftliche Abwärtsrisiken sind. „Insgesamt sind wir ohne China neutral in Bezug auf Schwellenländer-Zinsen und in Bezug auf EM-FX vorsichtig. Die Wachstumsaussichten bleiben herausfordernd, insbesondere für exportorientierte Emittenten aus dem verarbeitenden Gewerbe und hier vor allem bei Rohstoffen“, sagt de Bruin.

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