Studie: Institutionelle Anleger wollen Private-Assets-Allokation erhöhen
Gründe für die Erhöhung sind geopolitische Sorgen und die Angst vor einer Verlangsamung der Weltwirtschaft. Allen voran Private Equity spielt eine zentrale Rolle.
Tim Habicht · 12/11/2019

Aufgrund von geopolitischen Sorgen und einer steigenden Angst vor einer Verlangsamung der Weltwirtschaft wollen institutionelle Investoren ihre Allokation in Private Assets in den kommenden Jahren erhöhen. Das ist das Ergebnis einer Studie des britischen Asset Managers Schroders.

Mehr als jeder zweite befragte Investor (52 Prozent) plant, den Anteil von Private Assets in seinem Portfolio in den kommenden drei Jahren zu erhöhen. Insbesondere würden Private Assets aus Investorensicht die Möglichkeit bieten, sowohl höhere Renditen zu erzielen als auch Portfolios breiter zu diversifizieren.

Innerhalb der Private Assets erhoffen sich die Investoren von Private Equity die höchsten Renditen: 69 Prozent der befragten institutionellen Anleger erwarten bei Private Equity Renditen von über fünf Prozent. Entsprechend planen von denjenigen Investoren, die Private Assets aufstocken wollen, 37 Prozent, den Portfolio-Anteil von Private Equity zu erhöhen. Mit großem Abstand folgen Private Debt, Infrastruktur-Aktieninvestments sowie Immobilien.

Als größte Herausforderung bei Investitionen in Private Assets bezeichnen die Investoren die Kosten und die Komplexität. Hohe Bewertungen bei Investments in die Anlageklasse sorgen auch für Bedenken.

Illiquiditätsprämien im Fokus

„Institutionelle Investoren sind sich zunehmend bewusst, dass sie angesichts ihrer langfristigen Verpflichtungen einen größeren Anteil illiquider Vermögenswerte in ihren Portfolios allokieren sollten. Deshalb zielen sie zunehmend darauf ab, Illiquiditätsprämien zu vereinnahmen und gleichzeitig ihre Portfolios breiter zu diversifizieren”, erklärt Georg Wunderlin, Global Head of Private Assets bei Schroders.

Private Assets würden Zugriff auf ein großes Anlageuniversum mit einem breiten Spektrum an Risiken und Renditen, Korrelationen, Cashflows und den Möglichkeiten von Risikokapital bieten. Entsprechende Portfolios könnten individuell zugeschnitten werden, damit sie die Ergebnisse liefern, die der jeweilige Investor benötigt.

Wunderlin fügt hinzu: „Angesichts der derzeitigen Marktbedingungen interessieren sich Investoren besonders für Strategien, die auf ‚tiefgehenden operativen Fähigkeiten’ beruhen und bei denen die Performance von den zuständigen Investmentteams effektiv realisiert werden kann. Beispiele sind Buyouts bei kleinen oder mittelgroßen Unternehmen im Private-Equity-Segment oder differenzierte Wertsteigerungsstrategien für Immobilien. In beiden Bereichen wird die Performance deutlich weniger durch Marktzyklen beeinflusst.“

Für die Schroders Institutional Investor Study 2019 wurden 650 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Gesamtvermögen von rund 25,4 Billionen US-Dollar befragt.

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