Greiff AG plant Ausrichtung auf Liquid Alternatives und startet zwei neue Fonds
Die Boutique aus Freiburg will sich in der Zukunft auf Liquid Alternatives spezialisieren. Zwei neue Fonds werden im Dezember gestartet. Das Ziel: Zehn Milliarden Euro Assets under Management.
Tim Habicht · 12/05/2019

Die Freiburger Fonds-Boutique Greiff AG plant eine Spezialisierung auf den Bereich Liquid Alternatives. Deswegen werden noch im Dezember dieses Jahres zwei neue Alternatives-Fonds gestartet. Das nächste kurzfristige Ziel sei das Erreichen der Marke von drei Milliarden Euro Assets. Das sei aber nur ein Zwischenstopp für das Ziel die Schwelle von zehn Milliarden Euro Assets zu erreichen. „Wir wollen mit der Greiff AG zu den zehn größten Boutiquen in Deutschland gehören”, sagt Volker Schilling, Gründer und Mitglied des Vorstandes der Greiff AG, im Gespräch mit Fundview.

Zunächst hat sich die Boutique von der Infrastruktur und dem Personal breiter aufgestellt und sich damit für das weitere Wachstum vorbereitet. Jetzt will die Greiff AG mit ihren Produkten nachziehen. Das Credo dabei ist: Einzigartige Produkte auf den Markt bringen und das Unternehmen als spezialisierte Boutique positionieren.

Im Rahmen dieser Positionierung werden im Dezember dieses Jahres zwei weitere Fonds gestartet: Der GreiffZero Volatility und der Greiff Risk Premium. Ersterer wird vom Liquid-Alternatives-Team um Tarek Saffaf, Sebastian Vásquez und Andreas Iske verwaltet. Das ist ein Fonds, der Volatilitätsprämien auf den S&P 500 abgreift. Der zweite Fonds wird vom gleichen Team verwaltet. Innerhalb des Fonds sind vier Risikoprämienstrategien zusammengefasst. Damit hat die Greiff AG insgesamt vier Strategien für den Liquid-Alternatives-Bereich. Unlängst wurde bereits der Greiff P-22-Fonds, eine Managed-Futures-Strategie, für Iske gestartet, er ist Hedgefonds-Spezialist und war unter anderem als Head of Managed Futures bei Aquila Capital tätig. Die Palette wird durch den PARAGON UI von Saffaf erweitert.

Fonds-Palette mit null Verwaltungsgebühren

Die GreiffZero-Palette wird künftig um weitere Zero-Fonds ausgebaut. Die Zero-Variante ist eine echte Produktneuerung am deutschen Fondsmarkt, denn das Zero steht für null Verwaltungsgebühren. Das heißt die Greiff AG wird ausschließlich auf Erfolgsbasis innerhalb dieser Fonds arbeiten.

„Wir möchten uns als Greiff AG auf das Segment der Liquid Alternatives spezialisieren. Dieses Segment ist neben ETFs ein Wachstumsmarkt für die Zukunft. Wir möchten als Unternehmen immer dort positioniert sein, wo Wachstum herrscht. Deswegen wollen wir uns auf Strategien spezialisieren, die anders als traditionelle Assetklassen fungieren, beispielsweise durch den Einsatz von Derivaten oder bei alternativen Risikoprämien. Wir möchten im Markt für liquid Alternatives wachsen und Anteile am Gesamtmarkt gewinnen. Dafür sind auch neue Produkte geplant”, erklärt Schilling.

Viele Investoren könnten aufgrund fehlender Alternativen auf der Anleiheseite ihre Aktienquoten nicht einfach immer weiter nach oben schrauben. Deswegen würden vor allem institutionelle Investoren ihre Quoten bei Liquid Alternatives ausbauen. „Wir wollen von dieser Umschichtung als Unternehmen profitieren und passende Bausteine für Investoren liefern, die auch und besonders für schwierige Märkte geeignet sind.”

Eigene KVG wurde diskutiert

Aktuell hat die Greiff AG 1,2 Milliarden Euro Assets under Management und 26 Mitarbeiter. Seit zwei Jahren wurde stark in die Infrastruktur des Unternehmens investiert. Dadurch wurde auf die steigenden Assets eingegangen, aber auch eine professionelle Aufstellung als Asset Manager sollte erreicht werden. „Wir haben vor allem viel Geld in die IT-Infrastruktur investiert und Schnittstellen zwischen den verschiedenen Kapitalverwaltungsgesellschaften und Depotbanken geschaffen. Dabei haben wir die Greiff AG in das Asset Management und das Fonds-Research aufgeteilt. Im Asset Management verwalten wir unsere eigenen Fonds und stellen eine Plattform für unsere Partnerfonds, die Partnerlounge, zur Verfügung. Das Fonds-Research wurde als eigene Einheit ausgelagert”, erklärt Schilling.

Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Jahren die Professionalisierung im Hinblick auf die Infrastruktur und auch das Personal stark vorangetrieben hat, wird jetzt das eigene Portfoliomanagement auf das Thema Liquid Alternatives ausgerichtet. Würde es für diesen Weg nicht auch Sinn machen eine eigene KVG zu gründen? Schilling verneint und sagt: „Diesen Schritt haben wir tatsächlich diskutiert. Allerdings fallen für eine eigene KVG weitere regulatorische Maßnahmen an, die Zeit, Aufwand und natürlich auch Geld kosten. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, keine eigene KVG zu gründen. Zudem können wir mit unserer IT-Infrastruktur sehr flexibel bezüglich den KVGs und den Depotbanken sein und hier alle Möglichkeiten nutzen. Wir legen uns nicht auf einen Partner fest, sondern sind unternehmerisch unabhängig.”

Insgesamt sei ein Trend hin zu Boutiquen zu sehen. Auch hier hinke der deutsche Markt rund fünf bis zehn Jahre den Angelsachsen hinterher. „Dass Boutiquen und unabhängige Asset Manager auch in Deutschland überwiegend einen zweistelligen Milliardenbetrag verwalten werden, werden wir auch in Deutschland erleben”, blickt Schilling in die Zukunft.

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