Für Kryptoverwahrgeschäft: BaFin nimmt Interessenbekundung an
Ab dem 1. Januar 2020 wird das Verwahrgeschäft für Kryptowährungen von der BaFin reguliert. Eine entsprechende Lizenz ist dafür nötig. Die BaFin bereitet die nächsten Schritte in einem aktuellen Schreiben vor.
Tim Habicht · 12/05/2019

Es soll der nächste große Schritt für Kryptowährungen auf dem Weg aus der Nische in den Mainstream werden: Die neue EU-Geldwäscherichtlinie, die am 1. Januar 2020 in Kraft tritt, ermöglicht es Finanzinstituten, Kryptowährungen für Kunden zu verwahren und zu handeln. Dadurch können sich völlig neue Kundenfelder für die Institute ergeben. Allerdings ist für dieses Geschäft eine eigene Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nötig, die in einem aktuellen Schreiben um Interessensbekundungen von Unternehmen für eine solche Lizenz bittet.

In diesem Schreiben heißt es konkret: „Durch das Gesetz zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur vierten EU-Geldwäscherichtlinie wird das Kryptoverwahrgeschäft als neue Finanzdienstleistung in das KWG aufgenommen. Das vom Gesetzgeber bereits beschlossene Gesetz tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Unternehmen, die dieses Geschäft dann erbringen wollen, benötigen eine Erlaubnis der BaFin. Die BaFin bittet interessierte Unternehmen bereits jetzt um eine formlose und unverbindliche Interessensbekundung.”

Konkrete Anträge für die Erlaubnis zur Erbringung des Kryptoverwahrgeschäftes könne die BaFin erst entgegennehmen, wenn das Gesetz in Kraft getreten ist. Gleichwohl bitte die BaFin bereits jetzt um Interessensbekundungen von Unternehmen, die bereits das Kryptoverwahrgeschäft erbringen oder die Erbringung beabsichtigen. Vorläufig sollen diese Unternehmen eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells von maximal einer Seite inklusive dem Namen des Unternehmens und der Ansprechpartner an die BaFin schicken.

Die BaFin möchte mit diesem Verfahren einen reibungslosen Übergang auf die neue Rechtslage ermöglichen und frühzeitig einen Überblick über den Markt erhalten. Die Unternehmen werden auf ihre Interessensbekundung keine unmittelbare Eingangsbestätigung oder Einschätzung zu den eingereichten Angaben erhalten. Die Interessensbekundung ersetze außerdem nicht die förmliche Anzeige.

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