MainFirst reduziert Investment-Quote im Long/Short-Fonds
Fehlende Opportunitäten: Björn Esser erklärt, weshalb der MainFirst Contrarian Opportunities aktuell in Lauerstellung geht.
Tim Habicht · 11/19/2019

Der Brexit ist erst einmal verschoben und im Handelsstreit scheint es eine Annäherung zwischen den USA und China zu geben. Alle Investoren freuen sich. Doch was passiert, wenn sich die Situation wieder verschärft? In diesem Fall benötigen Investoren verlässliche Diversifikation im Portfolio. „Denn eine effiziente Diversifizierung sorgt in Stressphasen für mehr Stabilität“, sagt Björn Esser, Fondsmanager im Quantitative Investment Solutions Team bei MainFirst, im Gespräch mit Fundview.

Der MainFirst Contrarian Opportunities investiert dazu in unterschiedliche Anlageklassen und verfolgt dabei eine konträre Anlagestrategie. Der modellgesteuerte Fonds kauft Underperformer und verkauft Outperformer. Gerade in volatilen Phasen bieten sich hierbei besondere Chancen.

„Aktuell sehen wir weniger Unsicherheiten, weniger Divergenzen und daher auch weniger Investmentopportunitäten für das Modell“, sagt Esser. Dennoch bietet der Fonds auch in ruhigeren Marktphasen Möglichkeiten, Rendite zu generieren, und profitiert von der beständigen Rückkehr zu einem relativen Mittelwert.

Erste Short-Positionen in Taiwan aufgebaut

Natürlich hofft das Quantitative Investment Solutions Team bei MainFirst nicht auf fallende Kurse oder eine globale Rezession. Aber es liegt in der Natur des MainFirst Contrarian Opportunities-Fonds, von kurzfristigen irrationalen Bewegungen zu profitieren. „Solche Übertreibungen entstehen nicht über Nacht und sind Folge von globalen Ereignissen. In den vergangenen zwölf bis 18 Monaten hatten wir für unseren Fonds ein günstiges Umfeld, weil die Verunsicherung an den Finanzmärkten durchaus groß war”, erklärt Esser.

Beispielsweise hätten Ängste um eine globale Rezession die Märkte Ende des vergangenen Jahres stark beeinflusst. Nach der Aufholrallye von Januar bis März dieses Jahres hätten viele kleine Themen die Märkte getrieben. Etwa die Türkeiwahl, der anhaltende Brexit, der Handelsstreit und auch die Situation in Hongkong. Diese zahlreichen heterogenen Trends haben attraktive Investment-Möglichkeiten für den MainFirst Contrarian Opportunities erzeugt, den Björn Esser gemeinsam mit Timo Teuber, Christian Schütz und Moritz Schierholz verwaltet.

Aktuell ist der Fonds mit seiner Positionierung durchaus am unteren Ende der möglichen Bandbreite. Die kann sich aber schlagartig durch News wie zum Beispiel einen Tweet verändern.

„Zurzeit gibt es auf der Anleihe-Seite weniger Opportunitäten. Wir müssen nicht auf Teufel komm raus investieren und warten deswegen aktuell ab”, erklärt Esser. Chancen könnten sich auf der Aktienseite in Taiwan bieten. Dort wurden erste Positionen auf der Short-Seite aufgebaut.

„Noch ist Taiwan ein Randthema. Das kann durch einen Tweet von Donald Trump aber verändert werden. Denn aktuell läuft der Markt in Taiwan extrem gut und wird von den üblichen Handelsstreit-Diskussionen nur wenig betroffen. Möglicherweise ergeben sich hier für unser Handelsmodell interessante Möglichkeiten auf der Short-Seite”, sagt Esser.

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