Max Otte warnt: „Die aktuelle Weltordnung wird zusammenbrechen”
Die nächste Krise wird kommen: Der Westen werde immer instabiler werden und eine Transformation der Macht in Richtung China werde stattfinden.
Tim Habicht · 11/14/2019

Der Vermögensverwalter und Fondsmanager Max Otte warnt vor einer neuen Krise. Aktuell seien die Risiken sehr groß. Das sei beispielsweise an einem extrem teuren Immobilienmarkt zu sehen. Im Gespräch mit Fundview sagt Otte: „Die nächste Krise wird kommen. Allerdings sind dann nicht nur die Aktienmärkte betroffen, sondern die aktuelle Weltordnung wird zusammenbrechen. Der Westen wird immer instabiler werden und eine Transformation der Macht in Richtung China wird stattfinden.”

Für Otte gibt es drei Szenarien für die Zukunft: Ein großer Krieg werde ausbrechen, es werde ein neuer kalter Krieg zwischen den USA und China stattfinden. Oder eine multipolare Weltordnung mit den großen starken Polen USA und China werde entstehen. „Die große Frage im Rahmen dessen würde sein, ob sich Europa emanzipieren kann oder zum Spielball der Großmächte wird”, sagt Otte. Diese Szenarien analysiert Otte in seinem aktuellen Buch Weltsystemcrash: Krisen, Unruhen und die Geburt einer neuen Weltordnung.

Dass es seit 2008 keine weitere Weltwirtschaftskrise gab, liege nur daran, dass die Notenbanken entsprechend eingesprungen seien und einen neuen Crash verhindert hätten. „Wir haben viele Herausforderungen aktuell im Markt: Beispielsweise die Abschwächung der US-Wirtschaft oder den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China. Derzeit gibt es zwar keine Aktienblase, aber insgesamt sind die Vermögenswerte im Verhältnis zum Einkommen auf dem höchsten Stand - und das gibt Anlass zur Sorge!”

Als Reaktion auf diesen negativen Ausblick hat Otte eine Kasseposition von inzwischen 25 Prozent aufgebaut. Bis Januar 2018 war er noch komplett in seinem Fonds investiert. Inzwischen wurde die Aktienquote entsprechend gesenkt. Gut möglich sei eine weitere Absicherung des Portfolios durch eine weiter erhöhte Kasseposition.

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