Studie: Institutionelle Investoren wollen Real-Assets-Allokation erhöhen
Eine Studie von Aviva Investors ergibt, dass ein unsicheres Makro-Umfeld bei institutionellen Investoren für höhere Real-Assets-Quoten sorgen wird.
Tim Habicht · 10/23/2019

Aufgrund des unsicheren Makro-Umfeldes und schrumpfenden Renditen bei traditionellen Vermögenswerten werden die Allokationsquoten von institutionellen Investoren bei Real Assets in den kommenden zwölf Monaten steigen. Das ist das Ergebnis der Real Assets-Studie 2020 von Aviva Investors.

51 Prozent der Versicherungs- und 37 Prozent der Führungskräfte von Pensionskassen erwarten steigende Investitionen in Real Assets. Angesichts der Unsicherheit mit Blick auf das globale Wachstum und die vermutlich anhaltend niedrigen Zinsen würden institutionelle Anleger weiterhin private Vermögenswerte für Diversifikationszwecke und potenzielle Illiquiditätsprämien gegenüber öffentlichen Märkten prüfen.

Allerdings sind auch Investments in Real Assets natürlich nicht ohne Risiko: Versicherer (44 Prozent) und Pensionskassen (38 Prozent) haben in der Studie angegeben, dass die eskalierenden Handelskriege ihre Investitionen in Real Assets für die nächsten zwölf Monaten belasten würden. Zudem würden sich die Investoren um die anhaltende Unklarheit über die künftigen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union sorgen.

Mit Blick auf die konkreten Investments in der Assetklasse Real Assets zeigen sich die Investoren breit aufgestellt: Direkte Immobilieninvestments (53 Prozent), Infrastrukturaktien (53 Prozent) und strukturierte Finanzierungen (52 Prozent) sind bei Pensionskassen die gefragtesten Strategien. Bei den Versicherern erwartet mehr als die Hälfte, dass die Investitionen in Immobilienfinanzierungen (54 Prozent), Infrastrukturaktien (52 Prozent) und strukturierte Finanzierungen (51 Prozent) steigen werden.

Die Grenzen verschwimmen zunehmend

„Die starke Nachfrage nach Real Assets ist angesichts einer global anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit nicht überraschend. Neben der Cashflow-gerechten Ausgestaltung und zusätzlichen Diversifikationsangeboten für Investoren erweisen sich die Renditen für den Sektor als verlässlich und wurden durch ihre bisherigen Illiquiditätsprämien gestützt”, sagt Mark Versey, CIO bei Avia Investors Real Assets.

Dabei würden die Grenzen zwischen Infrastruktur, Immobilien und Private Debt zunehmend verschwimmen. Investoren würden nach Multi-Asset-Portfolios mit ergebnisorientiertem Fokus, sei es hinsichtlich Wachstum, Long Income oder vorhersehbaren, inflationsgerechten Cashflows suchen.

„Neue Marktteilnehmer und höhere Allokationen bestehender Investoren erhöhen das Risiko von Überkapazitäten und schrumpfenden Renditen in bereits erschlossenen Marktbereichen. Investoren sollten dies bei der Strategieentwicklung berücksichtigen, um die Erzielung bestmöglicher Ergebnisse sicherstellen zu können”, so Versey.

Die Studie umfasst Antworten von rund 500 Entscheidungsträgern aus elf Ländern in West-, Süd- und Nordeuropa, die zusammen über 600 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen repräsentieren. Über die Hälfte der Befragten in der Versicherungsbranche (54 Prozent) und 48 Prozent bei Pensionskassen sind Mitarbeiter auf Managing Director-, CEO- oder CIO-Level.

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