Bernd Schrüfer von Lucatis: Wie man mit Firmenbeteiligungen dreistellige Renditen erzielt
Ein gutes Netzwerk und lokale Expertise seien bei Firmenbeteiligungen zentral. Dann winken auch zwei- bis dreistellige Renditen.
Tim Habicht · 10/17/2019

Dreistellige Renditen in einer sich abkühlenden wirtschaftlichen Phase und bei Niedrig- beziehungsweise Negativzinsen erzielen? Mit Aktien und Anleihen nahezu unmöglich. Mit Firmenbeteiligungen allerdings durchaus machbar. Auch wenn hier im Durchschnitt eher jährliche Renditen von 30 bis 50 Prozent realistisch sind. Aber worauf müssen Investoren bei Firmenbeteiligungen achten? Bernd Schrüfer vom Münchner Family Office Lucatis erklärt im Gespräch mit Fundview, worauf er bei seinen Firmenbeteiligungen besonders achtet.

„Unternehmerische Beteiligungen sind sehr attraktive Investments und machen bezüglich der Rendite deutlich mehr Sinn als Aktien oder Anleihen. Ich investiere dabei nicht in die frühe Phase der Unternehmen, sondern eher in Startups, die bereits 20 bis 30 Mitarbeiter und damit die erste Aufbauphase überstanden haben”, sagt Schrüfer, der sich seit 1997 mit dem Thema Firmenbeteiligungen beschäftigt und seit 2004 als Investor aktiv ist.

Für Firmenbeteiligungen sei das Netzwerk zentral für die Allokation. „Wir sind sehr gut mit anderen Family Offices oder Investoren vernetzt. Dabei ist uns sehr wichtig, nicht alleine, sondern immer mit ein bis zwei Partnern zu investieren”, so Schrüfer. Firmenbeteiligungen sollten nie alleine umgesetzt werden. Die lokale Expertise sei bei diesen Investments ebenfalls enorm wichtig. „Allen voran müssen Investoren die Rechtssituation des Landes kennen. Das ist beispielsweise in der Schweiz sehr wichtig.”

Das „Trüffelschwein” für Firmenbeteiligungen

Innerhalb der Branche nehme der Trend hin zu Private-Equity-Investments oder Firmenbeteiligungen deutlich zu. 2018 stieg beispielsweise das Volumen der Buy-Out-Transaktionen am weltweiten Private Equity-Markt auf 450 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 388 Milliarden US-Dollar.

Weil aufgrund dieses sich fortsetzenden Trends viel Geld im Private-Equity-Markt und bei Firmenbeteiligungen vorhanden ist, werde es natürlich immer schwieriger, gute Investments zu finden. Diese ließen sich allerdings mit einem guten Netzwerk und einem eigenen guten und erfahrenen Team immer noch ausfindig machen.

Schwierig sei es allerdings für Vermögensverwalter oder Family Offices ein entsprechendes eigenes Team für Firmenbeteiligungen aufzubauen. Bei der nötigen Erfahrung der Mitarbeiter sei das außerdem sehr teuer. „Hier können Kooperationen mit Experten die Kosten senken. Bei uns arbeitet das Team für Firmenbeteiligungen auch auf der Aktienseite und allokiert in liquide Investments”, sagt Schrüfer.

Schrüfer beschreibt das Team der Lucatis als „Trüffelschwein” für Firmenbeteiligungen. Die Münchner wollen sich auf die Investment-Perlen im Markt konzentrieren. „Die Liquidität ist dabei nicht einmal ein großes Problem. Durchschnittlich ist unser Geld neun bis zwölf Monate geparkt. Mit den Firmen vereinbaren wir Meilensteine. Dank dieser Meilensteine ist es möglich, innerhalb der nächsten Finanzierungsrunde auszusteigen.”

Dabei werde allgemein das Ökosystem für Firmenbeteiligungen professioneller und größer. Was dazu führt, dass auch die Firmengründungen professioneller werden, da die Gründer oft bereits ein zweites oder drittes Unternehmen gründen. Und dann lassen sich jährlich zwischen 30 und 50 Prozent beziehungsweise auch mal dreistellige Renditen mit Firmenbeteiligungen erzielen.

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