Venture-Capital-Dachfonds: Rendite mit 120 Startups erzielen
Der Dachfonds von Mato Krahl investiert als SICAV in VC-Einzelfonds. Das Final-Closing erfolgt Ende des Jahres. Ein zweiter Dachfonds soll folgen.
Tim Habicht · 10/01/2019

Im Jahr 2017 startete Mato Krahl aus München seinen ersten Venture-Capital-Dachfonds. Krahl hatte sieben Jahre zuvor eine Strukturierungsberatung für Unternehmenskäufer gegründet und seit 2012 Direktinvestment als Business Angel getätigt.

„Aufgrund meiner Tätigkeit als Strukturierungsberater für Unternehmensverkäufer habe ich festgestellt, dass das Interesse bezüglich Venture Capital bei den Investoren groß ist. Die meisten hatten aber das gleiche Problem wie ich selbst auch: mangelnde Diversifikation”, erklärt Krahl im Gespräch mit Fundview den Start seines Dachfonds. Um in Venture Capital erfolgreich zu sein, benötige man neben einem sehr versierten Team auch ein ausreichend großes Budget, um diversifizieren zu können. „Um das Budget- und Team-Problem zu lösen, war der Dachfonds das passende Vehikel für diese Investment-Idee.”

Der MKVC Dachfonds wurde 2017 als Luxemburger SICAV-FIS gestartet und ist noch bis Jahresende für Neugelder offen, dann erfolgt das Final-Closing. Die Laufzeit des Fonds beträgt sechs Jahre bis Ende 2025. Aufgrund des Investoreninteresses ist für das nächste Jahr ein zweiter Dachfonds geplant. Aber wie allokiert Krahl seine Einzelfonds und wie wählt er die entsprechenden Investments aus?

Das Netzwerk ist zentral

Aktuell ist der Fonds an 68 Startups beteiligt. Jedes Quartal werden drei bis zehn ausgewählte Startups dem Portfolio hinzugefügt bis zu einer Gesamtsumme von rund 120 Startups. Ziel ist es, diesen Wert 2020 zu erreichen. Zwei Drittel des Portfolios werden in Core-Fonds und ein Drittel in Satellite-Fonds investiert. Core-Fonds sind Fonds, die über einen langen und ausgezeichneten Track Record und ein sehr stabiles und gutes Netzwerk verfügen. Satellite-Fonds sind Newcomer, die sich auf ein spezielles Thema fokussieren, beispielsweise B2B EnterpriseTech, LifeScience oder eSports. Bei diesen Fonds ist die Renditeerwartung deutlich höher.

„Bei der Auswahl der Einzelfonds für unseren Dachfonds ist das Netzwerk des Einzelfondsmanagements von zentraler Bedeutung. Wenn das Management echten Zugang zu den Entscheidern in der Industrie oder zu den Endkunden hat, beispielsweise indem auch CEOs oder Firmeninhaber in deren Fonds investieren, dann ist dies für uns ein positives Zeichen bei der eigenen Due Diligence, da es ein elementares Auswahlkriterium ist”, sagt Krahl. Denn CEOs können den Startups helfen, Türen für eine Produktvorstellung oder später bei der Implementierung geöffnet zu bekommen. Der Zugang zu den Entscheidern sei auch hilfreich, wenn es in die Exit-Phase gehe.

„Bei Investments in VC-Einzelfonds kaufen wir sozusagen das Versprechen des Fondsmanagements, dass sie spannende Startups ausfindig machen beziehungsweise aus ihrem Netzwerk darauf hingewiesen werden und in diese Startups dann möglicherweise investieren“, erklärt Krahl, der unter anderem auch für eine Liechtensteiner Privatbank und eine US-amerikanische Investmentbank gearbeitet hat.

Gewaltiger Anpassungsdruck

Allen voran im aktuellen Marktumfeld sieht Krahl für Venture-Capital-Investments goldene Zeiten. „In der Wirtschaft unterliegen derzeit viele Wertschöpfungsketten einer Veränderung. Der Anpassungsdruck ist gewaltig, die Geschwindigkeit der Veränderungen sehr hoch”, sagt Krahl. Die Digitalisierung ermögliche es, viele Prozesse zu automatisieren, sei es in den Produktionsabläufen, in der Logistik oder im Vertrieb.

„Für den deutschen Mittelstand stellt dies eine enorme Herausforderung dar. Die notwendigen Anpassungsprozesse werden auch massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Aufgrund der massiven Disruption bieten VC-Fonds mit einem Fokus auf die Automatisierung und Digitalisierung große Investment-Chancen”, beschreibt Krahl.

Den Gegenpol dazu würden Investments bieten, die sich mit dem Bereich der Arbeitswelt oder der Freizeitgestaltung beschäftigten. „Auch hier sehen wir erst den Beginn eines neuen Mega-Trends, da beispielsweise die Generation Z viele andere Gewohnheiten und Nutzungsverhalten hat als ältere Jahrgänge.“

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