Warum die Blockchain im Asset Management unaufhaltsam ist
Der Krypto-Experte Frank Geßner sieht Zuflüsse vor allem durch die Digitalisierung bestehender Finanzprodukte.
Tim Habicht · 09/26/2019

Sie ist unaufhaltsam und wird die Asset-Management-Industrie nachhaltig verändern: Die Blockchain-Technologie. Das ist die Meinung von Frank Geßner, Chairman der Blockchain-Investmentfirma INVAO. Dabei werden Zuflüsse in die Assetklasse der Kryptowährungen vor allem durch die Digitalisierung und Tokenisierung bestehender Finanzprodukte erfolgen.

„Den großen Zuwachs an Assets wird nicht der Bitcoin oder andere einzelne Kryptowährungen liefern. Vielmehr wird die Digitalisierung Tokenisierung bestehender Finanzprodukte wie Derivate, Fonds oder Anleihen als Treiber der Zuflüsse fungieren“, sagt Geßner im Gespräch mit Fundview. Denn die bestehenden Produkte werden in Zukunft auf die Blockchain transferiert. Deswegen werden Investoren gezwungen sich mit der Blockchain-Technologie zu befassen. Die Blockchain werde in den Investment-Alltag kommen.

Geßner ist sich sicher: „Gegen diese Entwicklung können sich Investoren nicht wehren und der Blockchain-Fortschritt ist unaufhaltsam. Denn die Tokenisierung ist zum einen sehr leicht umzusetzen und bietet zum anderen große Vorteile.“ Aktuell werde Blockchain mit dezentralen Währungen wie dem Bitcoin gleichgesetzt. Das sei ein Fehler. Denn die Entwicklung dieser Assetklasse finde abseits von Bitcoin & Co. statt und werde weitreichende Folgen für Investoren und die Investment-Welt haben.

Regulierung hilft: Aber in gesundem Maße

Als Beispiele für diese Entwicklung nennt Geßner die Tokenisierung der Währung in China. Außerdem werde das Grundbauamt in Dubai derzeit auf Blockchain umgestellt und auch die westlichen Notenbanken arbeiten an einer digitalen Variante ihres Geldes. „Blockchain hat mehr Nutzen als ein reiner Bargeld-Ersatz. Diesen Wandel sollten Investoren nicht verpassen und entsprechend fahrlässig handeln. Ein kleines Blockchain-Exposure ist daher wichtig für das Portfolio der Zukunft“, sagt Geßner.

Die FMA Liechtenstein hat das Wertpapierprospekt des Blockchain-Bond von INVAO unlängst gebilligt, damit ist der Token ein vollwertiges Finanzprodukt und unter der ISIN LI0471823018 zu finden. Dieses Produkt ist auch für deutsche Anleger investierbar und aktuell mit rund zehn Millionen Euro gezeichnet.

Viele Investoren würden bei Kryptowährungen immer noch eine große Spekulation erwarten. Die Assetklasse werde allerdings immer professioneller. Allen voran zur Diversifikation seien Kryptowährungen und Blockchain-Investments sehr wertvoll für institutionelle Anleger. Insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Rezession in den kommenden Jahren. „Inzwischen bauen institutionelle Investoren eine breite Diversifikation in Kryptowährungen auf; vor allem in den USA und in Asien. In Deutschland ist hier noch viel Aufholbedarf und deutsche Investoren sind insgesamt zurückhaltender was innovative Assetklassen angeht. Die Berührungsängste sind in Deutschland immer noch sehr groß bezüglich Blockchain-Themen und Kryptowährungen.“

Allerdings würden Kryptowährungen immer erwachsener werden. Da helfe auch die anstehende Regulierung durch die BaFin. Das würde Investoren eine gewisse Sicherheit geben. „In Deutschland neigt man aber auch immer wieder dazu, Assetklassen tot zu regulieren. Die Regulierung ist notwendig, aber es ist wichtig, hier die Balance zu finden.“

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