Düsseldorfer Boutique fährt doppelten Hebel in Long/Short-Fonds
Die Düsseldorfer Boutique Peacock Capital fährt aktuell eine Long-Position bei Value-Titeln und shortet entsprechend teure europäische Growth-Aktien.
Tim Habicht · 12/03/2019

Weil Investoren aktuell eine Sektor-Rotation und Umschichtung vollziehen würden und sich die Bewertungen von Value- und Growth-Titeln nach einem lange anhaltenden Auseinanderdriften wieder annähern, fährt Marc Siebel von der Düsseldorfer Boutique Peacock Capital in seinem Peacock European Alpha Builder UI-Fonds einen doppelten Hebel.

In seinem Long/Short-Fonds ist er Long in Value-Aktien und gleichzeitig Short bei sehr teuren, europäischen Aktien mit wenig nachhaltigen Geschäftsmodellen und überzogenen Wachstumsaussichten. Ein weiteres Zusammenlaufen von den Bewertungsunterschieden zwischen Value und Growth bringe dem Fonds auf beiden Seiten positive Performance.

„Seit rund zwei Monaten hat nun eine erste, lang erwartete starke Gegenbewegung der Value-Titel eingesetzt. Übrigens auch in den totgesagten zyklischen Branchen wie Autos und Financials. Diese Rotation dürfte erst der Anfang sein. Denn Value ist insgesamt noch so günstig wie zuletzt vor 20 Jahren”, sagt Siebel im Gespräch mit Fundview. Deswegen hält Siebel in seinem Fonds auf der Long-Seite an Value-Titeln fest, auch aus zyklischen Sektoren. Kernpositionen mit hohem Cash Flow und einem sogenannten wirtschaftlichen Burggraben, die von diversen Sondersituationen profitieren, runden das Portfolio ab.

Vallue-Rallye bis ins Jahr 2020 hinein?

Derzeit ist Siebel netto 15 Prozent Long bei Zyklikern. „Bei unserem letzten Rebalancing Ende September, das immer quartalsweise stattfindet, sind auf der Short-Seite nun wieder einige Technologiewerte hinzugekommen. Allerdings auch einige zyklische Titel, die noch mit einer Gewinnwarnung negative Schlagzeilen machen könnten.”

Positiv sei insgesamt auch, dass die Risiken einer anstehenden Rezession und eines No-Deal-Brexit deutlich gesunken seien. „Eine nachhaltige Value-Rallye bis ins Jahr 2020 hinein ist daher wahrscheinlich, vor allem auch deshalb, weil immer noch viele Value-Aktien auf Rezessionsniveau notieren”, sagt Siebel. Value rücke jetzt in den Fokus der Investoren.

Die vergangenen drei Jahre seien ein Alptraum für Value-Investoren gewesen. „Wachstumsaktien sind auf Kosten von Value-Aktien ohne Sinn und Verstand in die Höhe geschossen. Allein in den vergangenen 18 Monaten schlugen Growth-Titel im Durchschnitt Value-Aktien um 40 Prozentpunkte. Weniger ist die Frage der Anlage nach Large oder Small Caps oder USA oder Europa. Das Auseinanderdriften von Value und Growth hat eine wesentlich aussichtsreichere Anlagestrategie geschaffen: Value-Aktien!“

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