Milliardenmanager Keith Ney erklärt starken Performance-Turnaround
Das vergangene Jahr war für Keith Ney zum Vergessen. In 2019 hat der Manager des 8,47 Milliarden Euro schweren Carmignac Sécurité-Fonds den Performance-Turnaround geschafft. Woran das lag und welche Rolle seine neue Co-Managerin spielt, erklärt Ney im Fundview-Interview.
Tim Habicht · 12/02/2019

Das vergangene Jahr war für Keith Ney ein Jahr zum Vergessen. Sein Carmignac Sécurité-Fonds, ein eigentlich eher defensiver Anleihe-Fonds, verlor drei Prozent. Im Gespräch mit Fundview erklärt Ney: „2018 war für mich ein schwieriges Jahr. Es war das erste Mal in 29 Jahren, dass der Fonds gegenüber der Benchmark underperformt hat. Das lag zum einen an einem insgesamt schwierigen Marktumfeld und zum anderen daran, dass ich deutsche Staatsanleihen im vergangenen Jahr geshortet habe. Die Hedging-Kosten hierfür waren groß und das hat zu einer schlechten Performance geführt.”

Kein Grund für Ney den Kopf in den Sand zu stecken. Er hat das Portfolio seines 8,47 Milliarden Euro schweren Anleihe-Fonds zum Jahreswechsel angepasst und aus der Not eine Tugend gemacht. Zum Jahreswechsel hat Ney im allgemeinen Sell Off das Exposure gegenüber Unternehmensanleihen, sowohl von Investment-Grade- als auch Hochzinsanleihen erhöht. Außerdem hat er Staatsanleihen aus der europäischen Peripherie, wie beispielsweise Griechenland und Italien, ins Portfolio hinzugefügt. Im Mai dieses Jahres wurden spanische Staatsanleihen innerhalb der politischen Turbulenzen hinzugefügt.

Eine Portfolio-Umstellung, die sich gelohnt hat. Der Fondsmanager hat einen eindrucksvollen Performance-Turnaround hingelegt und seit dem 31. Dezember 2018 eine Wertsteigerung von 3,72 Prozent erzielt. Der Referenzindikator des Fonds, der EuroMTS 1-3 Y (EUR), hat im selben Zeitraum nur 0,26 Prozent zugelegt. Neben der bereits angesprochenen Portfolio-Umstellung gab es aber auch eine Personalie, die eine große und wichtige Rolle für die Performance des Fonds gespielt hat.

Neue Co-Managerin seit 29. April 2019

Es ist die Einstellung von Marie-Anne Allier, die zuvor bei Amundi als Head of Euro Fixed Income tätig war. Sie ist seit dem 29. April dieses Jahres Co-Managerin des Carmignac Sécurité- und des Carmignac Portfolio Sécurite-Fonds. Ein echter Gewinn für den französischen Asset Manager und allen voran für Ney.

„Sehr wichtig für die aktuell starke Performance ist auch Marie-Anne Allier. Ihre Expertise hat beim Performance-Rebound sicherlich geholfen. Die Anleihe-Märkte sind sehr komplex geworden und werden auch weiter immer komplexer. Deswegen ist es wichtig, von mehreren Perspektiven auf eine Strategie zu schauen und Chancen sowie Risiken zu erkennen”, sagt Ney. Allier liefert dabei vor allem Erfahrung im Hinblick auf Staatsanleihen und Ney kann mehr Erfahrung im Hinblick auf Unternehmensanleihen beisteuern. Ein Team, das sich offenbar richtig gut ergänzt.

Kurze Duration und erhöhte Kasse

Das Management-Duo entschied sich auch dafür, im Laufe dieses Jahres den Fonds wieder etwas defensiver aufzustellen. Seit Sommer 2019 wurde die Duration gesenkt und Gewinne am langen Ende des Spektrums mitgenommen. Als Absicherung wurden im September kurzlaufende Bunds verkauft wie auch einiges Exposure am langen Ende. Die Duration wurde dadurch auf aktuell 1,8 gesenkt. Vor der Fonds-Anpassung im Sommer lang die Duration bei 2,5. Insgesamt kann die Duration des Fonds zwischen -3 bis vier Jahre liegen.

„Aktuell ist die Kasseposition des Fonds wieder erhöht. Durch die Verkäufe am langen Ende hat der Fonds eine Cash-Position von etwa 25 Prozent, die sich aus Kasse und T-Bills zusammensetzt. Die Märkte sind inzwischen sehr teuer und seit dem Jahresstart sehr gut gelaufen. Deswegen haben wir das Risiko reduziert und Gewinne mitgenommen. Insgesamt sind wir vorsichtiger geworden. Kurzfristig könnten sich immer kleinere Chancen ergeben, aber insgesamt positionieren wir den Fonds derzeit etwas mehr an der Seitenlinie”, erklärt Ney.

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