Warum die neue Seidenstraße insgesamt eine große Konsum-Story ist
Nicholas McConway verwaltet den Amundi Fund – New Silk Road und sieht dort vor allem Opportunitäten in Vietnam; auch dank des Konsums.
Tim Habicht · 11/27/2019

Für China und vor allem die chinesische Politik ist das Projekt der neuen Seidenstraße von zentraler Bedeutung. Die Seidenstraße ist ein Thema, das für die chinesische Kultur und Geschichte historisch gesehen insgesamt bereits sehr wichtig war. Die neue Seidenstraße biete dabei zum einen China, aber auch Ländern entlang dieser neuen Seidenstraße große Chancen und Möglichkeiten. Deswegen hat der französische Asset Manager Amundi unlängst den New Silk Road-Fonds gestartet.

Nicholas McConway ist Senior Portfolio Manager bei Amundi und für den New Silk Road-Fonds verantwortlich. „Insgesamt ist eine sehr große Wertschöpfungskette im Rahmen der neuen Seidenstraße involviert. China war historisch gesehen immer stark im gesamt-asiatischen Raum involviert und wird diesem Anspruch jetzt wieder gerecht. Dabei werden die Infrastruktur aber auch der Konsum in den Ländern an der neuen Seidenstraße besonders profitieren”, erklärt McConway im Gespräch mit Fundview.

In diesem Umfeld will McConway gezielt nach Bottom-Up-Stories suchen und den Fonds positionieren. Die Volatilität soll dadurch niedriger sein als bei einem gängigen Schwellenländer-Fonds. Der Fondsmanager erklärt: „Wir identifizieren Länder und Unternehmen, die von der neuen Seidenstraße profitieren. Dabei stabilisiert China mögliche Risiken für die jeweiligen Länder und fungiert somit sozusagen als positiver Katalysator für die Länder. Wir allokieren mehr Frontier Märkte als ein typischer Schwellenländer-Fonds und identifizieren sozusagen die Rising Stars, die von der neuen Seidenstraße profitieren werden und entsprechend höhere Renditen liefern.”

Vier Prozent in Vietnam

Auch wenn die chinesische Wirtschaft stark von den Infrastrukturprojekten profitieren und dadurch seine Überkapazitäten abbauen könne, favorisiert McConway vor allem Vietnam. Denn obwohl Vietnam nicht direkt auf der Festlandroute der Seidenstraße Richtung Europa liegt, hat der Küstenstaat eine wichtige Rolle für den Seeweg durch das südchinesische Meer. Zusätzlich sieht Amundi, dass das moderne Seidenstraßenkonzept über die Geographie der historischen Seidenstraße hinausgeht, da China Investitions- und Handelsbeziehungen aufbaut.

„Vietnam profitiert von wichtigen Infrastrukturinvestitionen und niedrigeren Lohnkosten, die Investitionen chinesischer Unternehmen anziehen, um die teurere chinesische Produktion zu ersetzen. Die Seidenstraßeninvestitionen senken die Produktionskosten und gewährleisten die Stromversorgung und reibungslose Logistik”, sagt McConway. Aktuell sind rund vier Prozent des Fonds in Vietnam investiert. Mit Blick auf die Gesamt-Allokation des Fonds sind 20 Prozent in Frontier Märkte und 80 Prozent in Schwellenländer investiert.

Dabei sei die neue Seidenstraße insgesamt auch eine große Konsum-Story. Viele Länder entlang der neuen Seidenstraße hätten großes Wachstumspotential im Hinblick auf den Konsum und insbesondere bezüglich Tech-Produkten. „Chinesische Technologie ist für diese Entwicklungsländer meist besser geeignet, da die Lösungen einfach günstiger sind. Deswegen ist die neue Seidenstraße neben einem großen Infrastrukturprojekt vor allem eine digitale Seidenstraße.”

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