Studie: Versicherer schichten stärker von Anleihen in Alternatives um
Das Niedrigzinsumfeld hinterlässt Spuren in der Asset Allokation. Als große Hürde für eine höhere Alternatives-Quote wird allerdings die Regulierung genannt.
Tim Habicht · 11/25/2019

Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes und mageren Renditen auf der Anleihen-Seite schichten Versicherer stärker in Alternatives um. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Asset Managers Natixis IM. Im Rahmen dieser Studie wurden 200 Chief Investment Officers und Mitglieder von Investmentteams in Europa, Nordamerika und Asien befragt – davon 30 in Deutschland.

Bei der Suche nach höheren Renditen seien viele Versicherer bereit, ein höheres Liquiditätsrisiko einzugehen. 75 Prozent der Befragten halten hierbei alternative Assetklassen für unverzichtbar. 53 Prozent gaben an, Alternative Investments verstärkt als Ersatz für Rentenstrategien einzusetzen. Der Hauptgrund, warum Versicherer nicht stärker in Alternatives investieren, liege dabei in der Regulierung: 89 Prozent der Befragten sagten, dass regulatorische Bestimmungen einer stärkeren Nutzung alternativer Strategien im Wege stünden. Vor allem die Kapitalunterlegung alternativer Investments sei ein großes Problem.

„Versicherer sind traditionell stark in Renten investiert und stehen nun vor dem Problem, zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten höhere Renditen erzielen und ihre Portfolios gleichzeitig gegen Wertverluste absichern zu müssen”, sagt Sebastian Römer, Leiter von Natixis IM für Zentral- und Osteuropa, und fügt hinzu: „Alternative Investmentstrategien wie zum Beispiel Private Debt oder Private Equity erfahren vor diesem Hintergrund eine immer größere Nachfrage.”

Chance für externe Spezialisten

Weil sich laut Ergebnis der Studie auch die Komplexität der Investments erhöht habe (51 Prozent der Befragten), setzen Versicherer stärker auf externe und vor allem spezialisierte Asset Manager. 62 Prozent gaben an, alternative Strategien in ihren Portfolios teilweise von Dritten verwalten zu lassen. Sogar zehn Prozent tun dies in vollem Umfang. Im Durchschnitt werden alternative Investmentstrategien zu 48 Prozent im Wege des Outscourcing verwaltet.

„Angesichts der vielfältigen Herausforderungen in der Kapitalanlage ist es ist nicht überraschend, dass eine Mehrheit der Befragten die Unterstützung durch externe Spezialisten sucht. Bereits jetzt sind viele Investmentteams überlastet und haben kaum Zeit, sich aus eigener Kraft auf neue Aufgaben vorzubereiten”, erklärt Römer.

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