„Ein Trend ist, dass es weniger Star Manager als vor einigen Jahren gibt“
Das Investment-Team des Maklerpools Fonds Finanz gibt Einblick in seinen Investment-Prozess und spricht über aktuelle Trends in der Branche. Weniger Star Manager und sinkende Gebühren beispielsweise.
Tim Habicht · 11/18/2019

Die Asset-Management-Branche ist aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes und dem starken Wettbewerb unter Druck. Das führt zu Veränderungen innerhalb der Branche. Mit diesen Trends beschäftigt sich das Investment-Team des Maklerpools Fonds Finanz täglich; und stellt im Gespräch mit Fundview vor allem zwei Trends fest: Weniger Star Manager und niedrigere Gebühren.

„Ein Trend ist sicherlich, dass es weniger Star Manager als vor einigen Jahren noch gibt. Der Teamansatz wird wichtiger. Zudem spüren wir einen Trend, dass immer mehr gute US-Manager ihre bisher in Deutschland unbekannten Strategien lancieren. Dadurch kann für Investoren ein Mehrwert entstehen”, sagt Maximilian Kreitlmeier, Senior Markt- und Produktanalyst Investment bei Fonds Finanz.

Außerdem sei die Kostenstruktur der Fonds wichtiger geworden, wie Hans-Jürgen Schmidt, Abteilungsleiter Investment, erklärt: „Aktive Fonds dürfen grundsätzlich teurer sein, müssen aber im Kosten-Rendite-Verhältnis überzeugen. Insgesamt versuchen wir auch bei den aktiven Fonds kostengünstige Lösungen ausfindig zu machen und im Falle von Performance Fees auf eine kundengerechte Gestaltung zu achten. Trotz des Kostendrucks in der gesamten Branche steht die Qualität des Fonds immer im Vordergrund. Billig um jeden Preis ist nicht sinnvoll.”

Weil ein harter Wettbewerb unter den Asset Managern herrsche, seien aber nicht nur die Kosten gesunken, sondern viele Gesellschaften seien auch deutlich transparenter geworden. Die Auswahl im Fonds-Universum sei einfach riesig; dazu komme der Druck durch passive Investments wie ETFs. „Das führt zu einer insgesamt größeren Transparenz in der Asset-Management-Branche und ist deshalb positiv für die Kunden. Allerdings führt es auch dazu, dass wir bei der Selektion von Fonds deutlich mehr Informationen und Daten analysieren und bündeln müssen”, sagt Schmidt.

Musterportfolios zur Unterstützung der Vermittler

Wie behält das Investment-Team der Fonds Finanz in diesem Produkt-Dschungel den Überblick? Zunächst sei die komplette Transparenz und Unabhängigkeit bei der Auswahl der Fonds für den Investmentprozess zentral. „Wir arbeiten zunächst mit harten Limits. Das heißt, Fonds müssen mindestens einen Track Record von drei Jahren besitzen. Außerdem sollten die Fonds ein Volumen von über 50 Millionen Euro umfassen. Wichtig ist uns außerdem, dass die Fonds-Gesellschaften oder die handelnden Personen im Markt etabliert sind. Dadurch wollen wir sicherstellen, dass die Strukturen vernünftig aufgebaut sind”, sagt Daniel Arndt, Markt- und Produktanalyst Investment.

Im zweiten Schritt wird das Fonds-Universum in den jeweiligen Assetklassen nach quantitativen Gesichtspunkten gescreent, wie beispielsweise der risikoadjustierten Performance. Dabei sei es sehr wichtig, dass die Fonds auch richtig in den Vergleichsgruppen kategorisiert sind. Neben der risikoadjustierten Performance seien auch die Kosten, die maximalen Drawdowns und wie nah der Fonds tatsächlich am Index allokiert ist wichtig.

„Neben der quantitativen Analyse der Fonds ist die qualitative Analyse sehr wichtig. Hierbei zählt das Gesamtpaket. Wir hinterfragen jedes Portfolio und analysieren das Handwerk der Fondsmanager. Wichtig ist beispielsweise nicht nur die reine Performance, sondern auch, wie diese Performance letzten Endes erzielt wurde”, so Arndt. Die Empfehlungsliste der Fonds Finanz umfasst derzeit rund 80 Fonds. Große bekannte Asset Manager seien ebenso dabei wie auch relativ unbekannte und spezialisierte Gesellschaften.

Zum 1. Januar 2018 wurden außerdem acht Musterportfolios für die Vermittler der Fonds Finanz gestartet, die sich nach Risikoneigung und Ausrichtung, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit oder Ausschüttung, unterscheiden. „Dadurch soll die Empfehlungsliste noch praxisnäher gestaltet werden. Die Musterportfolios sind über die hauseigene Beratungssoftware Advisor’s Studio einfach und komfortabel umsetzbar”, sagt Kreitlmeier.

Durch die Musterportfolios sollen den Vermittlern der Fonds Finanz konkrete Hilfestellungen gegeben werden. Dafür werden je zehn Fonds für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont ausgesucht. Eine taktische Allokation spiele dabei keine Rolle.

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