Software-Experte: „Vermögensverwalter nutzen Excel noch immer am liebsten...”

Häufig würden Vermögensverwalter noch immer mit mehreren Systemen agieren. Ein Software-Experte erklärt, wie Vermögensverwalter Geld und Zeit sparen und den IT-Aufwand minimieren können.

Tim Habicht · 11/07/2019

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das stellt Norwin Schörrig vom Software-Anbieter Expersoft Systems schmunzelnd mit Blick auf die Gewohnheit von Vermögensverwaltern fest: „Häufig agieren Vermögensverwalter noch immer mit mehreren Systemen, beispielsweise mit einem jeweils unterschiedlichen CRM- und Portfoliomanagement-System, dann noch mit einem System um die Honorare abzurechnen und natürlich immer noch viel mit Excel-Tabellen. Excel ist überraschenderweise noch immer das am liebsten benutzte Programm für Vermögensverwalter.”

So liebgewonnen Excel über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte wurde, so sehr ist eine Veränderung nötig. Im Zuge der Digitalisierung müsse sich das Software-Verhalten von Vermögensverwaltern ändern. Im Gespräch mit Fundview erklärt Schörrig: „Es ist wichtig, dass sich Vermögensverwalter in der heutigen Welt effizient und schlank aufstellen. Aktuell wird noch immer viel Geld für parallele und nicht verbundene IT-Systeme wie CRM, Dokumentenverwaltung und Portfoliomanagement ausgegeben. Durch IT-Outsourcing können Vermögensverwalter hingegen viel Geld und Zeit sparen und den Aufwand in der IT durch integrierte und automatische Updates und IT-Services deutlich reduzieren.“



Aufwand durch die Cloud reduzieren

Es sei teilweise noch schwierig Vermögensverwalter davon zu überzeugen, den nächsten Schritt zu gehen und Teile der IT in die Cloud auszulagern. Aber dieser Wechsel bringe große Vorteile für den Vermögensverwalter und stelle diesen für die Zukunft effektiver und schlanker auf. Denn Investments in die Digitalisierung und die IT-Infrastruktur würden unmittelbar und deutlich die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Vermögensverwaltern stärken.

Das Thema Digitalisierung wurde beispielsweise auch stark vom Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) vorangetrieben, was vielen Vermögensverwaltern sicher stark geholfen habe. „Dabei können Vermögensverwalter durch den Weg in die Cloud Aufwand reduzieren und ihren Mitarbeitern mehr Kapazitäten für die eigentliche Arbeit mit dem Kunden ermöglichen“, sagt Schörrig.

Der Software-Anbieter Expersoft bietet beispielsweise ein Portfoliomanagement-System mit einer digitalen Kontoeröffnung an. Dabei werden die Daten direkt in das CRM-System des Vermögensverwalters eingelesen. Da das CRM im Portfoliomanagement-System integriert ist, brauche es keine Schnittstelle. Außerdem komme das Reporting aus einem Guss und minimiere dadurch den Aufwand für Vermögensverwalter.


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