Berliner Boutique halbiert Anleihen in Mischfonds

Entsprechend erhöht wurde die Aktienquote, die allerdings noch immer untergewichtet ist.

Tim Habicht · 11/06/2019

Die Berliner Boutique ICM InvestmentBank hat die Anleihequote ihres Leonardo UI-Fonds von fast 47 Prozent auf 24,4 Prozent gesenkt und damit nahezu halbiert. Erhöht wurde hingegen die Aktienquote des Mischfonds: Von einem extremen Untergewicht von 35 Prozent auf derzeit 51 Prozent.

Anleihen sind damit nah an der Neutralgewichtung von 30 Prozent. Aktien sind im Leonardo-Fonds bei 60 Prozent neutral gewichtet. „Übermäßig optimistisch ist die Aktiengewichtung nicht. Gerade bei den US-Aktien findet sich die größte Untergewichtung. Positiver sieht man hingegen den Rest der Welt. Erklärbar wird das über die zukünftige schwache Gewinnentwicklung bei den US-Unternehmen. Dass Staatsanleihen andererseits keine echte Alternative darstellen, sieht man in der mit knapp einem Viertel relativ hohen strategischen Cashposition“, erklärt Norbert Hagen, CEO der ICM InvestmentBank, im Gespräch mit Fundview.

Hagen allokiert in seinem Mischfonds nach einem systematischen und quantitativen Modell Aktien, Staatsanleihen und Kasse. Derzeit beträgt die Kasseposition 19 Prozent. Zum Vergleich: Im Frühling dieses Jahres war die Kasse noch mit rund 44 Prozent gewichtet. Aktien haben damals nur etwa 24 Prozent des Portfolios ausgemacht.



Japan und Euroland wurden erhöht

„Der Leading Economic Indicator dreht derzeit nach oben; dieser Indikator deutet oft auf eine Verbesserung der konjunkturellen Daten und dient als Frühindikator für die Wirtschaft und entsprechend für ein offensiveres Portfolio. Es wird sich allerdings erst in den nächsten Monaten zeigen, wie belastbar diese Aussage ist. Und darin besteht das größte Risiko für die Märkte“, so Hagen.

Aufgrund der weiterhin expansiven Geldpolitik und weitere mögliche Zinssenkungen in den USA könnte allerdings eine Jahresendrallye in Kraft treten. „Deswegen sind vor allem die zyklischen Sektoren und Titel derzeit attraktiv, die von einer Jahresendrallye besonders profitieren würden. Im kommenden Jahr dürfte sich zeigen, inwieweit die Gewinne dann den Kursen hinterherkommen.“

Schrittweise erhöht wurde die Allokation in Japan und Euroland. Japan wurde von 4,4 auf sieben Prozent aufgestockt. In Europa (ohne UK) waren es bisher nur 0,3 Prozent. Diese Positionierung wurde auf nun 6,1 Prozent angepasst. Die US-Allokation liegt nur noch bei etwa 15 Prozent. Im Januar dieses Jahres lag die US-Allokation noch bei 42,8 Prozent des Gesamtportfolios.


Weitere Artikel zu diesem Thema

Allokation

Weil das Gewinnwachstum der Unternehmen in 2020 weltweit wieder leicht nach oben drehen könnte und es große Hoffnung auf der politischen Front gibt, zeigt sich das Portfoliomanagement bei StarCapital positiv gegenüber den Aktienmärkten.