Deutschlands Vanguard-Chef: Preiskrieg? „Eher Preissieg für den Kunden“

Die Preissenkung von 31 Vanguard-Produkten liege in der Unternehmensstruktur. Ein Preiskrieg mit der Konkurrenz herrsche dennoch nicht. Die Produkt-Kosten seien trotzdem immer noch zu hoch in der Industrie.

Tim Habicht · 11/04/2019

Es war durchaus ein Statement an die Asset-Management-Industrie, als Vanguard im Oktober dieses Jahres die Kosten für 31 seiner Produkte gesenkt hat. Bei 13 ETFs und 18 Indexfonds wurden die Preise nach unten angepasst. Die durchschnittlichen Kosten aller Produkte, die das US-Unternehmen in Deutschland anbietet, sind entsprechend auf 0,2 Prozent gefallen. Der Beginn eines Preiskriegs? „Ich sehe das eher als einen Preissieg für den Endkunden”, sagt Vanguards Deutschland-Chef Sebastian Külps im Gespräch mit Fundview.

Jeden Euro, den der Investor bei Produktkosten spare, sei am Ende ein Euro mehr in seinem Depot. Bei einer solchen Preisanpassung fokussiert Vanguard sich nur auf sich selbst, denn der Asset Manager wolle Investoren ein attraktives Preis-Leistungsmodell anbieten. „Unsere, für diese Industrie einzigartige Unternehmensstruktur, führt dazu, dass wir Skaleneffekte direkt an unsere Kunden weitergeben. Das ist unsere DNA. Deswegen haben wir unsere Preise jetzt abermals gesenkt; nicht um in einen Preiskrieg gegen unsere Konkurrenten zu ziehen.“

Kosten seien insgesamt ein wichtiger Bestandteil beim Erfolg in der Vermögensanlage – inzwischen sogar ein Bestandteil, der noch stärker ins Gewicht falle als vor einigen Jahren, als die Zinssituation noch eine andere war. „In diesem Umfeld sind Rendite-Erwartungen eines ausgewogenen Portfolios niedriger und es muss darauf geachtet werden, dass Produktkosten nicht einen größeren Anteil der mühsam erarbeiten Rendite auffressen. Wir wollen unseren Kunden die beste Chance auf Anlageerfolg bieten.“

Aufgrund dieses veränderten Marktumfeldes müsse in der Asset-Management-Industrie ein Umdenken stattfinden. Külps sagt: „Die Kosten für Produkte sind industrieweit immer noch zu hoch. Durch sinkende Kosten können auch mehr Anleger für die Kapitalmärkte gewonnen werden.“


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