Nebenwerte-Fonds von französischer Boutique hält nahezu maximale Kasse

Stephanie Bobtcheff von LFDE hat trotz harter Monate für Nebenwerte 260 Millionen Euro Assets in den vergangenen eineinhalb Jahren eingesammelt; und hält jetzt eine höhere Kasse.

Tim Habicht · 10/31/2019

Die vergangenen eineinhalb Jahre waren für europäische Nebenwerte-Manager nicht einfach. Large Caps zeigten eine bessere Performance, Nebenwerte-Fonds verloren aufgrund starker Performance zuvor immer mehr Gelder. Außerdem hat ein schwacher Makro-Ausblick Ängste bezüglich einer Rezession in Europa freigesetzt.

Allein im vierten Quartal 2018 wurden 2,4 Milliarden Euro aus Nebenwerte-Fonds abgezogen. Im ersten Quartal dieses Jahres waren es noch eine Milliarde Euro und im zweiten Quartal 400 Millionen Euro. Gegen den Trend haben sich die Assets bei Stephanie Bobtcheff, Fondsmanagerin bei der französischen Boutique La Financière de l'Echiquier (LFDE), entwickelt Sie sammelte in den vergangenen 18 Monaten bis Ende September dieses Jahres sogar 260 Millionen Euro Assets in ihrem Echiquier Agenor Mid Cap Europe-Fonds ein.

Geschafft hat Bobtcheff das durch eine starke Performance. Sie fokussiert in ihrem Fonds Growth-Titel, die sich unabhängig vom Konjunkturzyklus entwickeln. Zudem legt sie einen Fokus auf Unternehmen, die in einer sich abkühlenden Wirtschaft weiter wachsen. Eine nachhaltige Growth-Blase stellt Bobtcheff allerdings nicht fest. „Für einige Aktien mag das stimmen, aber wir fokussieren uns auf gute Unternehmen, langfristige Gewinner, die weiterhin Wachstum liefern. Dennoch haben wir in den vergangenen Monaten auch Gewinne mitgenommen“, sagt die Fondsmanagerin im Gespräch mit Fundview



Zwei neue Titel aus Deutschland

Die Kasseposition ist deswegen derzeit auf rund 20 Prozent gewachsen. Das ist nah an der höchsten Kasseposition, die das Portfolio haben kann. „Wir positionieren uns insgesamt vorsichtiger und sehen einige wenige Investment-Chancen bei qualitativ hochwertigen Titeln, die Wachstum liefern.“

Immerhin seien die Bewertungen bei Nebenwerten inzwischen wieder fair. Aber auch hier sei Vorsicht geboten, denn innerhalb der Nebenwerte lassen sich große Unterschiede - beispielsweise mit Blick auf Value- und Growth-Titel - feststellen.

Deswegen parkt Bobtcheff zunächst ein Fünftel des Fonds-Vermögens als Kasse; und wartet auf attraktive Investment-Chancen. Chancen, die in Deutschland wohl eher nicht auftreten werden. Dort hat Bobtcheff ein strukturelles Untergewicht. „Wir sind in Sartorius Stedim investiert und haben kürzlich zwei neue Positionen, darunter Eventim, ins Portfolio aufgenommen und damit den Deutschland-Anteil auf acht Prozent erhöht. Der deutsche Markt ist industriell und zyklisch geprägt. Es gibt weniger Wachstumstitel in Deutschland, deswegen sind wir hier weniger stark gewichtet.”


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