Evangelische Bank plant Ausbau des Real-Asset-Teams

Aktuell sind drei Stellen im Real-Asset-Team der EB-SIM offen. Mittelfristig soll das Team auf zehn Personen wachsen.

Tim Habicht · 10/23/2019

Aktuell ist das Real-Asset-Team bei EB-SIM, einer Konzerngesellschaft der Evangelischen Bank, fünf Personen groß. Drei Stellen sind derzeit offen und mittelfristig soll das Real-Asset-Team auf zehn Personen wachsen.

„Nachhaltige Investments sind ein wichtiger Bestandteil im Rahmen der Assetklasse Real Assets. Die globale Energiewende ist ein Mammut-Projekt und benötigt Investitionen. Deswegen wurde bei der Evangelischen Bank ein Real-Asset-Team unter meiner Leitung aufgebaut. Dieses Team kombiniert Erfahrung im Asset Management und in der Industrie der erneuerbaren Energien sowie Expertise bezüglich der Infrastruktur-Investitionen“, erklärt Bernhard Graeber, seit Juni 2017 Head of Infrastructure und Renewable Energy Investments bei der Evangelischen Bank, im Gespräch mit Fundview.

In diesem Jahr wurde bereits der EB Erneuerbare Energien Fonds Europa gestartet. Das First Closing des Fonds wurde bei rund 70 Millionen Euro im Juni 2019 durchgeführt. Der Fonds investiert in alle Technologien der erneuerbaren Energien. Allen voran in Wind- und Solarprojekte, die mindestens 70 Prozent des Portfolios ausmachen. Deutschland, Frankreich und Österreich sind Schwerpunkte in der Allokation und machen mindestens 60 Prozent des Fonds-Volumens aus.



Der Fonds kann in Eigen- und Fremdkapital investieren

„Real Assets, insbesondere erneuerbare Energien, sind sehr anschaulich was die Nachhaltigkeit betrifft. Investoren sehen unmittelbar wohin ihr Geld fließt und der direkte Beitrag für die Umwelt ist auch ersichtlich beziehungsweise ausrechenbar. Bei Aktien beziehungsweise in nachhaltigen Aktienfonds ist das leider nicht immer unmittelbar ersichtlich. Die Transparenz bezüglich der Nachhaltigkeit ist bei Real Assets deutlich größer“, skizziert Graeber die Vorteile durch Real Assets nachhaltig zu investieren.

Bisher haben Graeber und sein Team in vier Windparks in Frankreich und einen Solarpark in Deutschland investiert. Im Ankaufsprozess befindet sich eine Beteiligung an einem Wasserkraftwerk in Österreich; weiterhin werden aktuell zwei Fremdkapitalfinanzierungen für Solar- und Windkraftwerke in Deutschland verhandelt. „Der Fonds kann in Eigen- und Fremdkapital investieren. Insbesondere Mezzanine-Finanzierungen sind im aktuellen Marktumfeld interessant und bieten spannende Opportunitäten mit attraktivem Rendite/Risikoverhältnis.“


Eine ernüchternde Energiewende

Natürlich sei aber der Aufwand bei Real-Asset-Investments deutlich größer als einfach eine Aktie zu kaufen. Graeber, der zuvor fast dreieinhalb Jahre bei Talanx Asset Management als Head of Infrastructure Investments war, erklärt: „Zunächst müssen die Projekte intensiv geprüft werden. Danach legt man sie nicht wie eine Aktie einfach in die Schublade, sondern man ist für das laufende Projekt verantwortlich und muss dort auch regelmäßig Prüfungen durchführen und in die konkreten Prozesse teilweise eingreifen. Das kostet viel Zeit und natürlich auch Geld. Deswegen ist die Größe des Teams, die Vernetzung und die Expertise sehr wichtig.“

Im Zuge des Klimawandels und im Hinblick auf die Energie in Deutschland sollte es aber ausreichend Projekte im Real-Asset-Bereich geben, oder? „Aus Real-Asset-Perspektive ist die Energiewende bisher ziemlich ernüchternd. Oft schränken gesetzliche Rahmenbedingungen den Bau von nachhaltigen Strukturen sogar noch ein. Allen voran der Verkehrs- und Strom-Sektor stagniert. Insgesamt erwarten wir allerdings mehr Schwung und dadurch auch mehr Investment-Möglichkeiten in der kommenden Zeit”, sagt Graeber.


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