Daniel Lucke von Feri: „Keine Überhitzung am Volatilitäts-Markt“

Der Milliardenmanager sieht aufgrund eines heterogenen Vola-Marktes keine Klumpenrisiken; rät aber dennoch zur Diversifizierung bei Alternatives.

Tim Habicht · 09/30/2019

Trotz immer größerer Zuflüsse aufgrund fehlender Alternativen sieht Daniel Lucke, Fondsmanager von Feri, keine Überhitzung am Volatilitäts-Markt. „Die Strategien sind sehr heterogen. Deswegen gibt es für Investoren unserer Ansicht nach keine Klumpenrisiken. Dennoch ist es sinnvoll, innerhalb der Allokation von alternativen Risikoprämien zu diversifizieren. Nur so lässt sich mittelfristig eine stabile Rendite vereinnahmen”, sagt Lucke im Gespräch mit Fundview.

Als Grund für die starken Zuflüsse in Volatilitäts-Strategien und andere alternative Risikoprämien sieht Lucke unter anderem die Schwierigkeit von diskretionären Fondsmanagern in effizienten Märkten outzuperformen. „Viele Investoren sind inzwischen desillusioniert von diskretionären Fondsmanagern in informationseffizienten Märkten wie sehr liquiden Aktienmärkten und erkennen, dass diese zwar manchmal outperformen, dies aber nicht regelmäßig und konstant über lange Zeiträume schaffen“, so Lucke.

Unter anderem deswegen sei die Suche nach Alternativen immer größer geworden und das Wissen über alternative Assetklassen, wie beispielsweise Volatilitätsprämien, stark gestiegen. „Wir spüren ein starkes Interesse gegenüber alternativen Risikoprämien. Allen voran aufgrund des niedrigen Zins-Niveaus und der Herausforderungen am Anleihemarkt suchen Investoren immer stärker nach anderen Möglichkeiten; und werden teilweise bei alternativen Risikoprämien fündig.”



Ein Ersatz für nicht performende aktive Manager

Das lässt sich auch an den Assets der von Lucke gemeinsam mit Steffen Christmann verwalteten Fonds sehen: Das Flaggschiff OptoFlex hat inzwischen rund 1,4 Milliarden Euro Assets. Der EquityFlex hat ein Volumen von rund 585 Millionen Euro.

„Mit dem EquityFlex bieten wir volles Aktien-Exposure mit einem überschaubaren Tracking Error. Dabei bedienen wir uns der Risikoprämie Volatilität, um den insgesamt sehr effizienten US-Aktienmarkt mittelfristig zu schlagen. Primär ist unser Produkt ein ETF-Ersatz für Investoren, die den US-Aktienmarkt allokieren möchten, manchmal wird der Fonds jedoch auch als Ersatz für nicht performende aktive Manager eingesetzt“, erklärt Lucke.

Zwar allokieren Lucke und Christmann prognosefrei, aktuell sehen beide bei den Volatilitätsprämien aber nicht so hohe Bewertungen wie in der Vergangenheit. Insgesamt herrscht aktuell keine totale Euphorie an den Märkten. „Das macht Volatilitäts-Prämien derzeit sehr attraktiv und ermöglicht noch weiteres Steigerungspotenzial. So weit wir mitbekommen, sind die Aktienquoten in den Portfolios insgesamt nicht ausgelastet. Ein großer Crash oder eine stärkere Korrektur sind daher eher unwahrscheinlich.“

Wichtig ist im Hinblick auf Volatilitätsprämien allerdings, dass Investoren sich dort für aktive Produkte entscheiden und nicht für Produkte, die einen Index abbilden. Lucke warnt: „Was mit passiven Vola-Produkten passieren kann, hat man Anfang 2018 gesehen. Volatilität ist ein asymmetrisches Thema. Diese Strategien sind sehr komplex und lassen sich nicht einfach durch ein passives Produkt replizieren.“


Weitere Artikel zu diesem Thema

Alternatives

Der Fonds von Tungsten soll als Absicherung und Schutz fungieren, wenn die Märkte stärker korrigieren und Anleger in Angst und Panik geraten.