Wandelanleihe-Boutique verlässt Haftungsdach und plant Wachstum mit eigener Lizenz

Die Boutique hat über 120 Millionen Euro Assets innerhalb von zwei Jahren gesammelt.

Tim Habicht · 08/20/2019

Die Wiener Wandelanleihe-Boutique Convex Experts hat gegen den Trend ihr bisheriges Haftungsdach der BN & Partners verlassen und ist mit einer eigenen Lizenz an den Start gegangen. Außerdem ist das Unternehmen im August in ein größeres Office in der Wiener Innenstadt gezogen und hat sein bestehendes Team personell erweitert.

„Wir haben uns dafür entschieden, das Haftungsdach zu verlassen und die Lizenz selbst zu beantragen. Das eröffnet einerseits neue strategische Optionen und dient andererseits auch als Qualitätssiegel für das Unternehmen. Teilweise ist eine Lizenz mit den damit einhergehenden Strukturen nötig, um sich bei Pitches für institutionelle Kunden durchzusetzen. Für unser weiteres unternehmerisches Wachstum ist eine solche Lizenz und die damit einhergehende höhere Reputation wichtig”, erklärt Bernhard Birawe, einer der Gründer von Convex Experts, den Schritt im Gespräch mit Fundview.

Convex Experts wurde im August 2017 durch Birawe, Nils Lesser und Paul Hoffmann gegründet. Das Trio war zuvor gemeinsam beim Wiener Asset Manager Convertinvest tätig. Convex Experts ging im November 2017 mit dem ART Top 50 Convertibles UI-Fonds live. Inzwischen hat die Boutique auch den nachhaltigen Fonds ART Top 50 Smart ESG Convertibles UI gestartet. Der Fokus des Unternehmens liegt klar auf Wandelanleihen. Seit Start wurden über 120 Millionen Euro Assets eingesammelt. Die überwiegende Mehrheit der Assets stammt dabei aus Deutschland.

Birawe erklärt den Schritt in die Selbstständigkeit: „Innerhalb der vergangenen Jahre hat sich die Investment-Landschaft verändert; auch bei Wandelanleihen. In diesem Umfeld haben wir unsere eigene Boutique gegründet und eigene Fonds-Konzepte entwickelt. Zum Start des Unternehmens haben wir uns für das Haftungsdach der BN & Partners entschieden. Zum einen, weil dies eine schnelle Lösung ist, um schnell an den Markt zu gehen. Zum anderen können dadurch regulatorische und administrative Aufgaben abgegeben und eine gute unternehmerische Kalkulation aufgestellt werden. Eine eigene Lizenz beansprucht dann entsprechend einen eigenen Fixkosten-Block.”

Allerdings sei die Regulierung der Boutiquen mit eigener Lizenz nicht so verteufelt. Natürlich müsse man kompetente Mitarbeiter im Hinblick auf die Regulierung einstellen, aber auch schon unter dem Haftungsdach hatte das Unternehmen einen Compliance-Officer. „Diese Position haben wir allerdings outgesourced, um uns auf unser Kerngeschäft, das Portfoliomanagement, zu konzentrieren. Insgesamt sehen wir allerdings mehr Nutzen als Arbeit bezüglich der eigenen Lizenz.”


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